Berlin - Nach dem verheerenden Erdbeben hat der Iran das Hilfsangebot der deutschen Bundesregierung angenommen und erhält nun umgehend Katastrophenhilfe aus Deutschland. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, sollte noch am Freitagabend ein Flugzeug mit Rettungseinheiten und Ausrüstung von Frankfurt/Main aus in das Erdbebengebiet um die Stadt Bam starten. Die Hilfe werde aus Mitteln des Ministeriums finanziert und umfasse zunächst eine Summe von 500.000 Euro.

Im Ministerium wurde zudem ein Krisenstab für Erdbebenhilfe im Iran eingerichtet. Es sei "nicht auszuschließen, dass auch Deutsche verletzt worden sind", sagte eine Sprecherin der dpa in Berlin. Es lägen jedoch keine konkreten Erkenntnisse vor. Die Prüfung dauerte am Abend noch an.

Es besteht Bedarf an Such- und Bergungseinheiten, Medikamenten und Versorgungsgütern. An Bord der Chartermaschine, die den Flughafen Kerman etwa 200 Kilometer vom Einsatzort entfernt anfliegen sollte, befinde sich auch eine Spezialeinheit des Technischen Hilfswerks, teilte das Auswärtige Amt mit.

Schweiz schickt Hilfsgüter

In der Schweiz stellte die Stiftung Glückskette 100.000 Franken für die Soforthilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes zur Verfügung, das seinerseits ebenfalls 100.000 Franken einsetze. Ein erster Flug mit Hilfsgütern aus der Schweiz sei bereits für die Nacht auf Samstag vorgesehen, sagte Roland Jeanneret, Sprecher der Stiftung Glückskette. Ein zweiter Flug des Roten Kreuzes mit weiterem Hilfsmaterial ist am Samstag geplant.

"Helfer und Suchhunde bereit"

Helfer des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) und Suchhunde sind einsatzbereit, im Moment geht das ÖRK in Wien aber davon aus, dass kein Einsatz benötigt wird. "Der iranische Rote Halbmond, unsere Rotkreuz-Schwesternorganisation vor Ort, hat sehr viele hervorragend ausgebildete freiwillige Helfer und zahlreiche Suchhunde und auch zwei Feldlazarette. Diese sind bereits seit heute früh im Einsatz und helfen den vom Erdbeben Betroffenen", sagte Wolfgang Kopetzky, Rotkreuz-Generalsekretär, laut einer Aussendung des ÖRK.

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hat eigenen Mechanismen im internationalen humanitären Einsatz. So wird primär die nationale Gesellschaft vor Ort, in diesem Falle der Iranische Rote Halbmond, eingesetzt. "Erst, wenn die Kapazitäten vor Ort nicht mehr ausreichen, wird über Genf weiter alarmiert. Die diensthabenden Mitarbeiter in der internationalen Rotkreuz-Föderation kennen unsere Einsatzbereitschaft und fordern uns bei Bedarf an", so Kopetzky.

"Bis jetzt sind unsere Rettungshunde nicht angefordert worden, daher bleiben wir weiter in Bereitschaft", so der Rotkreuz-Generalsekretär abschließend. (APA/dpa/red)