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Der Petersplatz - Ziel von Terroristen?

Foto: REUTERS/Max Rossi
Rom - Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat mit Äußerungen zu einem angeblich zu Weihnachten abgewendeten Anschlag gegen den Vatikan für Aufsehen gesorgt. Es hätten "genaue Informationen" vorgelegen, wonach Terroristen am 24. Dezember ein entführtes Flugzeug gegen den Vatikan steuern wollten, wurde Berlusconi in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Tageszeitung " Libero

" zitiert. Berlusconi distanzierte sich später von seinen Äußerungen. Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls sagte, er gebe zu dem Bericht keine Erklärung ab.

Er habe wegen der Terrorgefahr den Heiligen Abend in Rom verbracht, sagte Berlusconi in dem Interview. Außerdem erklärte der Regierungschef, dass im November auch Anschläge auf die U-Bahnen in Rom und Mailand befürchtet worden seien. Deshalb sei die Bewachung verschärft worden. Es habe auch Überlegungen gegeben, die U-Bahnen zu sperren, doch er habe sich dagegen ausgesprochen, sagte Berlusconi.

"Kein Interview"

Sein Amt betonte, dass es sich bei den Äußerungen um "kein Interview" gehandelt habe. Der Inhalt selbst wurde nicht ausdrücklich dementiert. Die Zeitung betonte, Berlusconi sei richtig zitiert worden. Der römische Bürgermeister Walter Veltroni warf Berlusconi vor, entgegen vorheriger Vereinbarungen streng vertrauliche Informationen der Öffentlichkeit gegeben zu haben. "So wird nur ein Klima der Angst geschürt", sagte Veltroni, der dem Mitte-Links-Oppositionsbündnis "Ulivo" angehört.

Luftraum über Rom gesperrt

Italienische Medien berichteten am Sonntag, dass die Terrorwarnung, die den Alarm ausgelöst hatte, von einem Polizeikommandanten auf Sardinien stammte. Er habe als glaubwürdig eingestufte Informationen erhalten, dass Terroristen zu Weihnachten einen Angriff mit einem entführten Flugzeug oder mit einer Rakete gegen den Vatikan planten, hieß es. Daraufhin sei der Luftraum über der römischen Innenstadt gesperrt worden.

Vor Weihnachten hatten italienische Medien von Hinweisen auf mögliche Anschläge auf den Vatikan berichtet. Deshalb wurden die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Kirchenstaat erheblich verschärft. Besucher der Weihnachts-Feierlichkeiten mit dem Papst wurden streng kontrolliert. Die erhöhte Alarmbereitschaft gelte noch bis 6. Jänner, berichteten die Medien am Sonntag. Auch Kampfjets stünden bereit, um entführte Flugzeuge abzufangen. (APA/dpa)