Belgrad - Die Serbische Radikale Partei (SRS) hat sich überzeugt gezeigt, aus den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag als klare Siegerin hervorzugehen. Der Vizevorsitzende der Partei, Tomislav Nikolic, erwartet gar, dass seine Partei genügend Stimmen zur Bildung einer Regierung erhalten werde. Nach dem Sieg der SRS, deren Vorsitzender der im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals inhaftierte Vojislav Seselj ist, "wird es am wichtigsten sein, eine Regierung bis (zu den serbisch-orthodoxen) Weihnachten (6. Jänner, Anm.) zu bilden".

Ein weiterer Politiker der nationalistisch orientierten Parteien, Borislav Pelevic von der Koalition für die Volkseinheit, betonte, dass er von der neuen Regierung erwarte, den Status der Provinz Kosovo "im Rahmen Serbiens" zu lösen, berichtete die Belgrader Nachrichtenagentur Beta.

CESID-Experte glaubt nicht an Sieg der Nationalisten

Nach Abschluss der serbischen Parlamentswahl glaubt der Experte des Belgrader Zentrums für Freie Wahlen und Demokratie (CESID), Zoran Lucic, nicht an einen von Meinungsforschern vorhergesagten Erfolg der Ultranationalisten. Lucic zeigte sich auf Grund der Erfahrungen von früheren Wahlen überzeugt, dass die Meinungsumfragen, die einen Wahlsieg der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS) von Vojislav Seselj prognostiziert haben, fehlgeschlagen sind. (APA)