Belgrad - Der Vorsitzende der national-konservativen Demokratischen Partei Serbiens (DSS), Vojislav Kostunica, hat in einer ersten Reaktion auf die Ergebnisse der serbischen Parlamentswahl die Zusammenarbeit mit der Demokratischen Partei (DS) von Boris Tadic nicht mehr dezidiert ausgeschlossen. Die Entscheidung über eine Regierungskoalition liege beim Hauptausschuß der DSS, sagte der jugoslawische Ex-Präsident Kostunica Montag Nacht bei einer Pressekonferenz in Belgrad. Im Laufe des Wahlkampfes hatte er noch wiederholt eine Koalition mit der DS, der bisher größten Regierungspartei des im März ermordeten Premiers Zoran Djindjic, ausgeschlossen.

Kostunica erneuerte die Einwände, die seine Partei gegen die DS bereits des Öfteren erhob. Es gehe vor allem um ausgebliebene Lösungen von Wirtschafts- und Sozialproblemen, betonte Kostunica, dessen Partei dem demokratischen Lager zugerechnet wird. Auch habe die bisherige Regierungskoalition die Korruption zur erfolgreichsten Wirtschaftsbranche auswachsen lassen.

Der Ex-Staatschef bekundete seine Zufriedenheit mit der Tatsache, dass sich seine Partei als "Leader des demokratischen Parteienblocks" bestätigt habe. Die DSS ist nach inoffiziellen Wahlergebnissen mit 53 Parlamentssitzen hinter der SRS (82 Mandate) die zweitstärkste Partei im Parlament.

Für den Erfolg der Serbischen Radikalen Partei (SRS) machte Kostunica nicht nur erneut die bisherige Regierungspolitik, sondern auch das Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft gegenüber Serbien verantwortlich. "Auf die Wähler kann man im Lande, aber auch vom Ausland her Einfluss nehmen. Und es gab solche Einflüsse von außen - Pressionen und Erpressungen -, denen das Land ausgesetzt wurde", betonte der DSS-Vorsitzende. (APA)