Puchenstuben - Christian Kogler, SP-Bürgermeister der kleinen niederösterreichischen Gemeinde Puchenstuben, ist derzeit oft in der Pension Alpenhof anzutreffen. Zum Tee trinken, mit den "Neuen" im Ort: 15 Asylwerbern, denen er bereitwillig Quartier gegeben hat.

Dabei hat das Teetrinken einen politischen Beigeschmack: "Der Gasthof soll ein offenes Haus sein. Wichtig ist, die Kommunikation zwischen Asylwerbern und Ortsbewohnern zu fördern". Nur auf diese Art könne das Asylwerberprojekt - insgesamt sollen 40 Menschen untergebracht werden - gelingen.

"Man muss auch selber etwas tun"

"Man kann nicht immer nur sagen, dass für obdachlose Flüchtlinge etwa getan werden müsste. Man muss auch selber etwas tun", betont Kogler. Deshalb sei er auch "sofort einverstanden" gewesen, als die auf Flüchtlingsquartiersuche befindliche Volkshilfe im Spätherbst an ihn herantrat. Die von der oppositionellen VP einberufenen Dringlichkeitssitzung im Gemeinderat, weil es auch schwere Vorbehalte gegen Fremde im Ort gab, habe die SP mit ihrer Mehrheit zugunsten des Unterbringungsprojekts entschieden.

Nach einer gemeinsam mit der Volkshilfe durchgeführten Informationsveranstaltung hätten die 300 Puchenstubener dann mehrheitlich Zustimmung signalisiert. Unter anderen wegen "der Schulfrage": Zusätzliche Kinder aus den Asylwerberfamilien könnten ein Argument liefern, um den Volksschulstandort zu erhalten. Derzeit besuchen in nur zehn einheimische Kinder den Unterricht.

Volksschuldirektorin Helga Wegerer hat dennoch "Rahmenbedingungen" für die Betreuung des Nachwuchses eingefordert: "Es sollen nicht mehr als zehn nicht-deutschsprachige Kinder kommen". Außerdem müsse die zweite Lehrerin "Stunden genug bekommen, um den Kindern zu Beginn intensiv Sprachunterricht zu geben." (Irene Brickner, Der Standard, Printausgabe, 30.12.2003)