Innsbruck/Feldkirch - In Zusammenhang mit der Versetzung des Innsbrucker Gefängnisdirektors Stefan Fuchs nach Feldkirch wurden neue Fakten und Hintergründe bekannt. Sie lassen die Vorwürfe von Kollegen gegen den Kriminologen, der in Justizkreisen, bei Sozialverbänden und Häftlingen als Reformer für einen humanen Strafvollzug gilt, in diffusem Licht erscheinen.

Keine der sieben Anzeigen, die von Wachebeamten beziehungsweise anonym eingebracht wurden (Amtsmissbrauch und Nötigung), hat die Staatsanwaltschaft weiter verfolgt. Ein Verfahren ist noch offen, "die anderen sechs wurden nach zum Teil umfangreichen Prüfungen eingestellt", sagt Pressesprecher Wilfried Siegele. Der Stellentausch mit der Leiterin der Justizanstalt Feldkirch soll "ohne Schuldzuweisung der Beruhigung dienen", sagt der Sprecher des Oberlandesgerichts, Gerald Colledani. Er "wurde im Einvernehmen mit dem Ministerium und beiden Beteiligten beschlossen".

Geht "an die Substanz"

Fuchs selbst hofft, "dass ich aus dem Schussfeld komme". So etwas gehe "an die Substanz". Er vermutet, dass nicht nur seine Reformen "dem einen oder anderen Kollegen" nicht gepasst hätten, sondern auch Personalentscheidungen bei Nachbesetzungen für die Anzeigen Auslöser waren: "Manche tun sich eben schwer damit, wenn sie eine erhoffte Stelle nicht erhalten."

Rosen werden dem Direktor von einem ehemaligen langjährigen Häftling gestreut, der ungenannt bleiben möchte. "Ich habe für viele Wachebeamte in privatem Auftrag gearbeitet, nicht nur für Fuchs. Das ist üblich", sagt er dem STANDARD. "Ich bin immer ordentlich bezahlt worden." Fuchs habe als erster "Wanderausflüge von Häftlingen" ermöglicht, die Stelle für Suchttherapie geschaffen. Zum "Wirbel" wolle er lieber nichts sagen.

Auch der Leiter der Haftentlassenenhilfe "Neustart", Bernhard Trummer-Kaufmann, "kann" zur Causa "nichts sagen", spricht aber von "sehr guter Kooperation" mit dem Direktor. (bs, Der Standard, Printausgabe, 27.01.2004)