Frankfurt/Main - Intensive Analyse und unterhaltsame Beratung stehen im Mittelpunkt des Schachprogramms Power Chess, das der Computerspielhersteller Sierra jetzt in der zweiten Version herausgebracht hat. Zu den Neuerungen gehört ein "Gedankenfenster", bei dem der Spieler dem Computer gewissermaßen beim Denken zuschauen kann: Die Software spielt mehrere Zugvarianten durch, bewertet diese nach Chancen und Risiken und entscheidet sich dann für die aussichtsreichste Möglichkeit. Wenig geübte Schachspieler sind gegen diese technischen Wunderwerke machtlos. Um nicht immer verlieren zu müssen, kann in Power Chess ein Gegner nach Maß erstellt werden. Mit Hilfe von Schiebereglern werden dessen Fähigkeiten bestimmt: Soll es sich um einen eher starken oder schwachen Gegner handeln, um einen Schnelldenker oder Zeitverschwender? Das Maß an Aggressivität reicht von "Meerschweinchen" bis "Hornisse". Damit sich von Spiel zu Spiel ein Lernerfolg einstellt, sollte aber nicht ein allzu braver Gegenspieler gewählt werden. Schließlich hat der Spieler eine machtvolle Trainerin zur Seite, die eigene Dame. Diese beobachtet alle Partien, analysiert die Züge und gibt kluge Kommentare ab. Das Programm stellt mehrere Schachbretter und Figurensätze zur Auswahl, die sowohl übersichtlich in der Fläche als auch dreidimensional mit der Illusion des Raums dargestellt werden können. Die Partien können aufgezeichnet und gespeichert werden. Für den Anschauungsunterricht gibt es sieben kommentierte Meisterpartien, darunter auch ein Match des IBM-Computers Deep Blue gegen Schachweltmeister Garri Kasparow aus dem Jahr 1996. Aufregend ist die Möglichkeit, sich aus dem Schachprogramm heraus ins Internet zu begeben und sich dort mit realen Spielern in aller Welt zu messen - allerdings muß dazu erst einmal eine aktuellere Programmbibliothek (dll-Datei) heruntergeladen werden. Sierra (APA)