"Drink up your beer - there are sober people in Africa".

Foto: Rueters/Peter Macdiarmid

Als wir Kinder waren, da hat uns die Großmutter immer ermahnt, dass wir brav aufessen sollten: Denkt daran, da gibt es hungrige Kinder in Afrika. Das dürften Großmütter in allen halbwegs entwickelten Staaten so gehalten haben - und wer erwachsen geworden ist, hat sich dann selbst darüber lustig gemacht, etwa mit einem T-Shirt: "Drink up your beer - there are sober people in Africa".

Ein bisschen ernsthafter betrachtet: In Afrika gibt es Millionen Menschen, die nicht nur kein Bier (und kaum zu essen) haben, sondern denen es sogar an sauberem Wasser mangelt. Das ginge Christian von der Heide nichts an, eigentlich. Denn: Er ist der leitende Bierbrauer bei Diageo, er war lange Jahre für die Qualitätssicherung der weltweiten Lizenzproduktion von Guinness zuständig. Er hat nicht vergessen, was er da in Afrika gesehen hat: "Ich habe ein Krankenhaus in Tansania besucht, das nicht über sauberes Wasser verfügte. Man muss sich vorstellen: Die mussten Wasser in Flaschen kaufen!" Bierbrauern ist Wasser generell sehr wichtig (es ist ja die Grundlage für das Brauen) - und so haben sich die Brauer mit anderen Guinness-Mitarbeitern zum "Water of Life"-Projekt zusammengetan: Bis 2015 soll jedes Jahr genug Geld gesammelt werden, um je einer Million Menschen in Afrika sauberes Trinkwasser zu verschaffen.

"Es gibt einfache Tonfilter, so in der Art eines Blumentopfs - da kommt oben Wasser von bedenklicher Qualität hinein, und unten kommt es gereinigt wieder heraus. Das kostet 20 Euro und hilft einer siebenköpfigen Familie", erklärt er eines der einfacheren Projekte.

Um dafür zu werben, hat Christian mit seinen Kollegen auch in Wien ein Bier gebraut, dessen Verkaufserlös dem "Water of Life" Projekt zugute kommen wird. Es handelt sich um ein sehr helles, mit Hofen der Sorten Amarillo und Nelson Sauvin gebrautes Lagerbier, das ab Weihnachten bei der 1516 Brewing Company in der Krugerstraße ausgeschenkt wird.

Übrigens: Erste Erfolge hat das Diageo-Projekt bereits: Das erwähnte Krankenhaus hat schon einen eigenen Brunnen. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/19/12/2008)