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Manchmal will man gar kein Freund sein. Aber der Franz spricht aufs Handy, schickt ein SMS und schreibt eine E-Mail: "Was ist jetzt?! Der Franz." Der Franz hat mit seiner Freundin Schluss gemacht und will reden. Das ist insofern komisch, als der Franz nie redet. Solange alles passt, gilt beim Franz das Reden als Hobby, das meistens Mädchen oder die Mutter ausüben. Oder Schauspieler, aber das als Beruf.

Ich treffe also Franz. Franz ist nicht gut drauf. Franz ist außer sich. Franz durchbohrt mit seinem Blick das Nichts. Franz sagt, die Funse ist so etwas von deppert, du glaubst es nicht. Aber jetzt reicht es, sagt Franz. Fast ein Jahr ist er mit ihr zusammen gewesen. Hat alles gepasst, aber. Am Anfang hat er immer noch gedacht, sie macht einen schlechten Witz. Einen halbwarmen Schmäh einen depperten, sagt Franz wörtlich. Kruzifix. Dem Franz war das aber eh immer wurscht. Wichtiger ist der Sex. Mein Ein und Alles, so der Franz. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Am Ende muss man schauen, dass man wo unterkommt. Weil, jünger wird man nicht, und die Gabi aus dem Sportcafé ist auch längst vergeben an so einen depperten Computertrottel mit angeblich Geld. Nachts sind alle Frauen ... da darf man nicht wählerisch ... Franz, aus jetzt! Man hört uns zu!

Die Freundin vom Franz wollte jedenfalls, dass der Franz öfter einmal mit ihr redet. Probleme, Umwelt, inneres Befinden. Dieses Zeugs. Ja, spinnt die, schreit Franz. Für so etwas bin ich zu alt. Wegen der fange ich jetzt nicht mehr die Welt retten an. Aus. Schluss. Franz wohnt wieder allein. Und am Wochenende fährt er heim zur Mama. Wegen der Wäsche. (Christian Schachinger/Der Standard/rondo/15/01/2010)