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Auch harte Jungs haben Gefühle: Warum die Mitglieder der Hells Angels richtige Modetussis sind.

Foto: Reuters

Es ist heute an der Zeit mit einem Vorurteil aufzuräumen, und zwar jenem, dass richtig harten Jungs die Mode an ihrem Allerwertesten vorbeigeht. Dieser mag wie im Falle der Hells Angels noch so groß und gut gepolstert sein, auf die aktuelle Mode werfen die bösen Rocker aber mindestens genauso ein wachsames Auge wie auf chromblitzende Harleys.

Zu keinem anderen Schluss kann man angesichts der Klage gegen drei Modefirmen kommen, die in der vergangenen Woche von der Motorradgang in den USA eingebracht wurde. Die Hells Angels werfen den Unternehmen vor, ihr geliebtes Symbol, den Totenkopf mit den Flügeln, zur Verschönerung eines Ringes, eines Schals, einer Tasche und eines Kleides, missbraucht zu haben - wobei die beiden letztgenannten Dinge aus keinem geringeren Modehaus stammen als jenem des kürzlich verstorbenen Alexander McQueen.

Er hätte sich über die Aufmerksamkeit der Lederjungs für seine Kreationen gefreut. Schließlich hat er zeit seines Lebens die Symbole der Straße auf den Laufsteg geholt. Von dort wollen sie die Hells Angels jetzt wieder forthaben - hoffentlich nicht mit Waffengewalt. Im Ernstfall greifen Modetussis höchstens zu Stöckelschuhen. (Stephan Hilpold/Der Standard/rondo/05/11/2010)