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Pinot noir ist ein Minderheitenprogramm: Zum Fan wird man oft erst als Kenner.

Foto: EPA/Caroline Blumber

Anlässlich des Weingipfels der Österreich-Wein-Marketing wurde heimischer Pinot noir mit französischem und deutschem verglichen. In Deutschland hat er sich unter dem Namen Spätburgunder bestens etabliert. Ist von "Burgunder" im Sinne der geografischen Herkunft die Rede, dann geht es um die Benchmarks dieser Sorte.

Burgunder ist stilmäßig der Antipode zu Bordeaux: hier Eleganz, da Kraft. Beides gute Wein-Eigenschaften, die unterschiedliche Vorlieben bedienen. Pinot noir ist allerdings ein Minderheitenprogramm: Zum Fan wird man oft erst als Kenner, wenn man bereit für Hintergründigeres ist. Die hellrote Farbe, die Mineralik und feingliedrigen Aromen, die nach Frucht, Kräutern und Waldboden duften, werden von Pinot-Ablehnern gern als mangelnde Power interpretiert.

Günstiger Blauburgunder

Vonseiten Frankreichs hatte man die Crème der Oberliga, wenn auch nicht die absolute Spitze wie aus Deutschland ins Rennen geworfen. Fazit: Österreichs Pinots schlugen sich in diesem Stilvergleich sehr gut - vor allem wenn der Preis miteinbezogen wird, denn hiesiger Blauburgunder ist vergleichsweise günstig.

Stellt sich noch die Frage, ob ein mit heimischen Sorten etabliertes Weinland überhaupt so einen Internationalisten braucht? Ist ja keine Schande, so etwas nicht zu haben. Schon richtig, aber die Zeichen deuten darauf hin, dass Pinot noir hierzulande noch viel mehr kann. (Der Standard/rondo/17/06/2011)