Es ist Zeit, über die heimische Modeszene zu sprechen. Und zwar nicht kopfschüttelnd oder mit gerunzelter Stirn, sondern mit einer gehörigen Portion Respekt.

Foto: Mato Johannik / studio mato

Es ist heute wieder einmal an der Zeit, über die heimische Modeszene zu sprechen. Und zwar nicht kopfschüttelnd oder mit gerunzelter Stirn, sondern mit einer gehörigen Portion Respekt. Immer öfter passiert es nämlich, dass sich ein Grüppchen von Designern auf die Hinterbeine stellt und gemeinsam auf Werbetour geht.

Das macht deswegen Sinn, weil die meisten österreichischen Designer Ein-Frau- oder Ein-Mann-Betriebe sind und nur in den seltensten Fällen über Kontakte und die nötigen finanziellen Möglichkeiten verfügen, sich bei Einkäufern und Kunden im Ausland ins rechte Licht zu setzen. In der Vergangenheit fürchtete man oft, dass man durch gemeinsame Auftritte das eigene Alleinstellungsmerkmal gefährde. Mittlerweile sind es vor allem die jungen Modemacher, die bei den Gruppenauftritten dabei sind. 

Nicht weniger als 20.000 Einkäufer

Anfang Juli präsentierte sich eine Handvoll österreichischer Designer auf der Berliner Fashion Week, in den kommenden Tagen werden sich auf Initiative von Organisatorin Camille Boyer 17 österreichische Mode- und Schmuckdesigner auf der Première Classe in Paris ein Stelldichein geben. Auf dieser Messe ordern nicht weniger als 20.000 Einkäufer ihre Waren.

Wäre doch gelacht, wenn die eine oder andere Order nicht auf einen österreichischen Designer entfiele! Vielleicht schauen ja auch heimische Einkäufer auf dem Stand der Österreicher vorbei: Es wäre langsam an der Zeit, dass man die Kreationen der Österreicher auch in Österreich kaufen kann. (Stephan Hilpold/Der Standard/rondo/02/09/2011)