Frank Hartmann, Medienphilosoph mit zwei Lehrveranstaltungen am Institut für Publizistik, ist am Puls der Zeit. In "Mediologie" beschäftigt er sich mit Medien als technische Werkzeuge, als Verlängerung des Ichs in Anlehnung an Freuds "Prothesengott". Er hält das 60er-Jahre-Postulat des Kanadiers Herbert Marshall McLuhan, "The medium is the message", hoch und besinnt sich der Geschichte alternativer Betrachtungsweisen von Medien und Technik.

"Jeder (...) Blick auf ihre Entwicklungsgeschichte zeigt, dass Medien nicht einfach als unveränderliche Mittler zwischen Ich und Welt, zwischen Subjekten und deren Realität stehen", schreibt Hartmann. Gleichzeitig sei "es der Technik eigen, einen bestimmten Lebensstil zu implementieren - also ihre Eigengesetzlichkeit der Nachfrage zu schaffen, wie McLuhan dies ausgedrückt hat: 'to create its own world fo demand' - doch dies unter der definitiven Bedingung, eine Extension unserer Körper und Sinne zu sein." Mediologie: ein spannender Blick in Vergangenheit und Zukunft.

Frank Hartmann:
"Mediologie - Ansätze einer Medientheorie der Kulturwissenschaften"
Erschienen 2003
im WUV Verlag Wien
(Der UniStandard, Printausgabe, 26.2.2003)