Mannheim - Die Aktionäre der Mannheimer Versicherung haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag der Mehrheitsübernahme durch die österreichische Versicherungsgruppe UNIQA zugestimmt. Der Wiener Konzern wird seinen Aktienanteil von knapp 20 auf fast 88 Prozent erhöhen. Die Mannheimer AG Holding war durch die finanzielle Schieflage ihrer Lebensversicherungstochter in die tiefroten Zahlen und zum ersten Fall für Auffanggesellschaft Protektor geworden.

Über 95 % sagten Ja zu Sanierungskonzept

Mehr als 95 Prozent der Aktionäre stimmten den entscheidenden Punkten des Sanierungskonzepts der österreichischen UNIQA-Versicherungsgruppe für die deutsche Assekuranz zu und machten damit den Weg frei für eine mehrheitliche Übernahme der Mannheimer durch die UNIQA. Die Beschlüsse stehen allerdings noch unter dem Vorbehalt allfälliger Anfechtungsklagen.

Für die geplante Auflösung von Gewinnvortrag und Gewinnrücklage stimmten 97,54 Prozent des anwesenden Kapitals, für die Herabsetzung des Grundkapitals von 25,8 Mio. auf 10,1 Mio. Euro (Kapitalschnitt) stimmten 97,42 Prozent und für die anschließende Erhöhung des Grundkapitals gegen Bareinlage unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts 95,82 Prozent.

Anfechtungsklagen binnen eines Monats

Binnen eines Monats können Anfechtungsklagen eingebracht werden, die von mehreren Aktionären bzw. deren Vertretern am Freitag in der HV auch angekündigt wurden. Mehrfach war von Mannheimer-Anteilseignern auch Widerspruch zu Protokoll gegeben worden. Rechtswirksam ins Handelsregister eingetragen werden kann die Kapitalerhöhung nur, wenn bis zum 30. Juni d.J. keine Anfechtungsklagen mehr aufrecht sind.

Das Sanierungskonzept für Mannheimer sieht wie berichtet die Zufuhr von frischem Kapital im Ausmaß von 79,5 Mio. Euro durch die UNIQA vor, wobei die österreichische Versicherung 53 Mio. neue Aktien zu einem Stückpreis von je 1,50 Euro erwirbt. Damit erhöht sich der UNIQA-Anteil an der Mannheimer Holding AG von derzeit 20 Prozent auf knapp 88 Prozent.

Der UNIQA-Generaldirektor Konstantin Klien zeigte sich am Freitagabend "erfreut über die überwältigende Zustimmung" der Mannheimer-Holding-Aktionäre zur Sanierung und Mehrheitsübernahme der deutschen Assekuranz durch die österreichische Versicherungsgruppe.

Klien sagte in einer der APA in Wien übermittelten Stellungnahme, "wir hoffen, dass die Eintragung der HV-Beschlüsse ins Handelsregister bis spätestens 30. Juni 2004 vorgenommen werden kann". Dies wäre mit Sicherheit zum Wohle des Unternehmens, der Mitarbeiter, der Aktionäre und der Kunden von Mannheimer, so Klien. (APA)