Wien - Der Kardinal war ein Mann des Wortes: Franz König im O-Ton:

"Ich bin kein Bischof der ÖVP und kein Bischof der SPÖ, kein Bischof der Unternehmer und auch keiner der Gewerkschafter, kein Bischof der Bauern und auch nicht einer der Städter, ich bin der Bischof aller Katholiken." Kardinal König 1975 vor dem Österreichischen Gewerkschaftsbund

"Ich glaube nicht aus dem Holz geschnitzt zu sein, aus dem Päpste gemacht werden." Kardinal König im Rückblick auf die Wahl Wojtylas zum Papst im Jahr 1978

"Durch Sprache und Nation, durch Geschichte und Kultur sind wir verschieden. Aber durch das 'Mensch-Sein' gehören wir zusammen, dadurch sind wir aufeinander angewiesen. Das Wissen um menschliche Würde und menschliche Grundwerte sollte uns verbinden. Deren Ablehnung, im Inland wie im Ausland, erzeugt Feindschaft und Hass, bewirkt nur Zerstörung und Krieg. Aber das Ringen um gegenseitiges Verstehen dient dem Frieden und der Verständigung, im Kleinen wie im Großen." Kardinal König im Jänner 1993 beim "Lichtermeer" gegen das FPÖ-Ausländervolksbegehren

"Das kommt davon, wenn man Bischofsernennungen nicht von beiden Polen her, von unten aus der Basis und von oben aus dem römischen Zentrum, betreibt." Kardinal König im Juli 1995 in einem Zeitungs-Interview zur Causa Groer.

"Ich bin zu sehr ein gläubiger Christ, als dass ich Angst um die Zukunft der Kirche hätte." Kardinal König im Juli 2000 in einem APA-Interview

"Der Irak-Krieg war in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Krieg kann niemals ein Mittel sein, um eine gerechte Ordnung herzustellen. Krieg sät letztendlich immer nur Hass. Hass zwischen Moslems und Christen, Hass zwischen Europäern und Amerikanern." Kardinal König im April 2003 in einem Zeitungs-Interview.(APA)