Natürlich beginnt der neue "Tatort"-Krimi

"Mord unter der Orgel" mit Beethovens fünfter Symphonie. Mit dem allseits bekannten "ta-ta-ta-taaaaaa" lässt sich ja so wunderbar bedrohliche Atmosphäre vermitteln. Ehe man noch zu Ende überlegt hat, was dieser Titel eigentlich bedeutet (Mäusemassaker?), tuscht auch schon eine Orgelpfeife einem ehrgeizigen Organisten aufs Genick.

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Was folgt ist eine missglückte Mischung

aus "Der Name der Rose" und Krimikammerspiel. Die Mördersuche erinnert in ihrer Dramaturgie mitunter an eine Containershow mit Bildungsanspruch: Eine Hand voll Jugendlicher wetteifert um öffentliche Anerkennung und um 20.000 Euro. Liebe, Eifersucht, Intrigen, nur die Duschszene fehlt.

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Harald Krassnitzer

ist ein netter Kommissar, in Wahrheit zu nett, um glaubwürdig zu sein. Davon abgesehen ist es so wie in allen österreichischen Krimis: A bisserl Romantik und a bisserl a Schmäh müssen einfach dabei sein.

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Schwache "Tatort"-Krimis

sind heutzutage allerdings keine österreichisches Spezialität: Egal ob Österreich oder Deutschland - die Produzenten lassen sich ihre Beiträge sponsern, aus diesem Grund ermittelt Eisner quer durch Österreich, und deshalb landete er diesmal in einem Kärntner Kloster: Im Abspann taucht auch prompt Kärnten als Sponsor auf.

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Der "Tatort" soll helfen,

Bettenzahlen zu steigern. Dadurch verkommt er zum reinen Tourismusprogramm, für echte Krimispannung ist bei so viel Bedachtnahme auf Außenwirkung allerdings kein Platz mehr. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 15.3.2004)

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