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Foto: APA/Jean-Pierre Muller
Yves Saint Laurent hat jetzt sein eigenes kleines Museum. In zwei Räumen der Stiftung Pierre Berge - Yves Saint Laurent im feinen 16. Pariser Arrondissement, wo bis zu seinem Rückzug vor zwei Jahren das Haute-Couture-Atelier untergebracht war, spürt die erste Ausstellung den Einflüssen der modernen Kunst auf die Entwürfe Saint Laurents nach.

Die Kunst war eine unerschöpfliche Inspirationsquelle

Die Linien und Farben von Henri Matisse' "Tänzer" aus dem Jahr 1937 nahm der Meister 1969 bei seinen Entwürfen für fließende Kleider in Blau und Schwarz auf. Das Bild und die Modelle sind nun erstmals zusammen zu sehen. "Mondrian hat mich 1965 als erster inspiriert", berichtete der 67-Jährige der Zeitschrift "Paris Match": Das Ergebnis - ein Kleid mit dem typischen Mondrian-Muster - ist in dem Museum neben dem Gemälde ausgestellt.

Auch Einflüsse von Braque, Van Gogh, Picasso, Bonnard und afrikanischer Kunst verarbeitete YSL. Einige der präsentierten Werke gehören der Stiftung, die Saint Laurent mit seinem langjährigen Freund und Manager Berge gegründet hat. Er habe das Glück gehabt, sich quasi zu Hause von den Meisterwerken inspirieren lassen zu können, sagte Saint Laurent. "Das Gemälde von Picasso hing in meinem Salon in Paris."

Zusätzlich sind Skizzen, Filme und Fernsehinterviews zu sehen

Zu den Klängen der Rolling Stones und Velvet Underground kann der Besucher neben Kunstwerken und Kleidern Skizzen studieren, das berühmte YSL-Porträt von Andy Warhol bewundern, Filme mit Modenschauen betrachten und dem Meister in einem Fernsehinterview lauschen. Die rund 5.000 Haute-Couture-Kleider seiner 40-jährigen Karriere sind im Untergeschoss gelagert, sie sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

"Ich habe seit 1962 alles aufbewahrt, was mit diesem Haus zusammenhängt", sagt Berge. "Alle Presseausschnitte, Fotografien, Yves Originalskizzen - alles." Die erste Ausstellung des Museums ist bis zum 18. Juli zu sehen, danach haben Berge und Saint Laurent Projekte mit Werken von Helmut Newton, Irving Penn und David Hockney geplant. (APA/red)