Wenige Tage vor ihrem 75. Geburtstag wurde am Sonntag, dem 14. März 2004, in Berlin eine Ausstellung über das Lebenswerk von Christa Wolf eröffnet. Die Schau mit dem Titel "Wie man es erzählen kann, so ist es nicht gewesen" in der Akademie der Künste zeigt erstmals Manuskripte, Briefe, Fotos und persönliche Dokumente aus dem Archiv von Wolf.

Über 600 Exponate

600 Exponate wurden aus der Sammlung ausgewählt, die allein 20.000 Manuskriptblätter und 25.000 Blatt Korrespondenz enthält. Die Ausstellung ermögliche es LeserInnen und FreundInnen, ihren Lebens- und Schaffensweg nachzuvollziehen, so Wolf. Und: "Ich weiß nicht, ob ich hätte leben können, ohne zu schreiben."

Sieben Themenbereiche

In sieben thematische Abschnitte ist die Schau gegliedert. Es geht um Heimat, Selbstfindung, Desillusionierung im DDR-Staat und Wolfs Rolle als öffentliche Person, die sich politisch einmischt. Die BesucherInnen können Auszüge aus Wolfs Korrespondenz mit Heinrich Böll, Günter Grass, Uwe Johnson, Anna Seghers und Brigitte Reimann nachlesen. Gezeigt werden auch Manuskripte wie frühe Fassungen von "Nachdenken über Christa T." (1968) und "Kindheitsmuster" (1976). Zu sehen sind außerdem Szenenbilder aus der Verfilmung ihres in Ost wie West gleichermaßen gefeierten Romans "Der geteilte Himmel" (1963).

Fotoarchiv

Zahlreiche Fotos aus ihrer Kindheit und Jugend, von Lesungen und Reisen, mit FreundInnen und SchriftstellerkollegInnen, aber auch mit DDR-Offiziellen dokumentieren Wolfs Lebensweg. Gezeigt wird auch eine Kopie der Stasi-Akte der Schriftstellerin. In dem Dokumentationsband "Akteneinsicht Christa Wolf" legte sie diese Tatsache offen, genauso wie ihre eigene Bespitzelung durch die Stasi. Zeitungsartikel belegen, wie kontrovers Wolfs Werke in der DDR diskutiert wurden, Tausende Briefe von LeserInnen finden sich in ihrem Archiv. (red)