Kingston/USA - Im US-Staat New York sind zwei Geistliche eines kriminellen Vergehens beschuldigt worden, weil sie gleichgeschlechtliche Paare getraut haben. Die Vorwürfe können mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe zwischen 25 und 500 Dollar (407 Euro) geahndet werden. Ein Sprecher der Bürgerrechtsgruppe Human Rights Campaign, Mark Shields, sagte, es handle sich seines Wissens um die erste Strafanzeige gegen Geistliche in den USA wegen Trauung homosexueller Paare.

Den Pfarrerinnen Kay Greenleaf und Dawn Sangrey wird von Bezirksstaatsanwalt Donald Williams vorgeworfen, mehrere homosexuelle Paare getraut zu haben, obwohl diese die dafür erforderliche Genehmigung nicht hätten vorweisen können. Dasselbe hatte Williams im vergangenen Monat dem Bürgermeister des Dorfs New Paltz in New York, Jason West, vorgeworfen. West war erst der zweite Amtsträger nach dem Bürgermeister von San Francisco, der in den USA homosexuelle Ehen schloss. Seitdem ist in den USA eine Diskussion über gleichgeschlechtliche Ehen entbrannt: Die Befürworter sehen das als Erfüllung eines Grundrechts und die Gegner als Angriff auf die traditionelle Institution der Ehe.

Greenleaf sagte, sie habe gewusst, dass sie in New Paltz Trauungen ohne die erforderliche Lizenz vollzogen habe. Sie habe eine beglaubigte Erklärung für das Paar ausgestellt und die Zeremonie als zivilrechtlichen Vorgang betrachtet. Genau das wirft Williams Greenleaf und Sangrey vor. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Geistliche Paare kirchlich oder entsprechend ihrer Religion vermählten; das sei von der Religionsfreiheit geschützt und im Falle von Homo-Ehen bisher in den USA nicht beanstandet worden. Eine öffentliche, also standesamtliche Trauung sei aber "drastisch anders". (APA/AP)