Die Förderung der journalistischen Qualität und damit auch der Journalistenausbildung hat sich die "Presseförderung neu" auf die Fahnen geschrieben. Doch bei der Umsetzung könnten Zeitungen, die um Förderung für Ausbildungsinitiativen im eigenen Haus ansuchen, auf Hindernisse stoßen: Geld gibt es nämlich nur für die Ausbildung von Redakteursaspiranten, nicht aber für die freier Mitarbeiter oder Redakteure.

Dies werde im Gesetz und den Förderrichtlinien ausdrücklich so formuliert, bestätigte Brigitte Zauner-Jelemensky, in der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH zuständige für die Presseförderung, am Mittwoch auf APA-Anfrage.

"Unfug"

Redakteursaspiranten sind im Journalisten-Kollektivvertrag als Vorstufe zur Anstellung als regulärer Redakteur verankert und verdienen entsprechend weniger. Genaue Zahlen, wie viele Redakteursaspiranten es in Österreichs Zeitungen überhaupt gibt, existieren derzeit nicht.

Für den Medienberater Andy Kaltenbrunner, der an der Konzeption der Wiener Journalismus-Fachhochschule maßgeblich beteiligt war und zuletzt den "Kurier" bei der internen Ausbildung unterstützte, ist die Gesetzesbestimmung aber jedenfalls "Unfug", wie er zur APA sagte: "Ständige freie Mitarbeiter, Pauschalisten und Redakteure" seien das typische Zielpublikum für redaktionsinterne Ausbildung. Weiterbildung werde außerdem auch für "dienstältere" Redakteure immer wichtiger.

"Multimediale" Ausbildung erstrebenswert

Kaltenbrunner kritisierte darüber hinaus, dass im Gesetz keine Angaben zu Curriculum und Evaluierung der geplanten zeitungsinternen Ausbildung gefordert werden. Und: Grundsätzlich sei eine "multimediale" Ausbildung erstrebenswert, das Gesetz fördere aber ausdrücklich nur die Ausbildung im Print- und im Online-Bereich.

Die Einreichfrist für die Presseförderung, die heuer erstmals auf Basis des neuen Gesetzes vergeben wird, endete übrigens am Mittwoch. Förderansuchen für die interne Journalistenausbildung können noch bis 1. Juni gestellt werden. Laut Zauner-Jelemensky gab es "schon einige Anfragen". Gefördert werden laut Gesetz "die Kosten von Aspiranten und von Redaktionsmitgliedern, die ganz oder teilweise für die interne Ausbildung (...) abgestellt sind". Höchstförderbetrag pro Zeitung sind 20.000 Euro. (APA)