MGM könnte in den Besitz von Sony übergehen

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New York - Ein Konsortium unter Führung von Sony will das traditionsreiche amerikanische Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) US-Medienberichten zufolge für bis zu fünf Mrd. Dollar (4,22 Mrd. Euro) kaufen. Es sei allerdings nicht sicher, ob es zu einer Transaktion komme, hieß es am Donnerstag.

Das 1924 gegründete traditionsreiche Hollywood-Studio MGM gehört zu 74 Prozent dem bekannten Investor Kirk Kerkorian (86). Zu dem Konsortium um Sony gehören auch die Investmentfirmen Texas Pacific Group und Providence Equity Partners. MGM produziert unter anderem die James-Bond-Filme. Die Firmen nahmen zu den Übernahmeberichten keine Stellung.

Kronjuwel mit 4.000 Titeln

Die 4.000 Titel umfassende Filmbibliothek ist der MGM-Kronjuwel. Sie hat enorm an Wert gewonnen, da die Filme als DVDs verkauft oder verliehen werden können. Die steigende Zahl von TV-Kanälen bietet für MGM ebenfalls enorme Geschäftschancen bei Sendelizenzen.

Dagegen hat das 80 Jahre alte Filmstudio MGM stark an Bedeutung verloren. Die Gesellschaft hat sich unter Führung des Kerkorian-Vertrauten Alex Yemenidjian stark auf das Filmbibliotheken-Geschäft konzentriert und produziert neben seinem Kassenschlager James Bond meist kostengünstige Filme ohne große Risiken. Diese Strategie bringt dem Unternehmen hohe Einnahmen, und daran dürften Sony und die Investmentfirmen besonders interessiert sein. Sony gehören bereits die Columbia- und die TriStar-Studios. MGM und Sony hatten 2001 schon einmal über einen Kauf verhandelt.

Drei Mal verkauft und wieder gekauft

Kerkorian hatte MGM seit den sechziger Jahren bereits drei Mal verkauft und wieder gekauft. Die von Sony geführte Gruppe würde nach einem Bericht der Online-Ausgabe der "New York Times" vom Donnerstag rund 20 Dollar je MGM-Aktie zahlen, den Großteil der MGM- Filmproduktion schließen und sich auf die Filmbibliothek konzentrieren. Die James-Bond-Filme würden weiter unter dem MGM-Namen produziert. MGM würde eine separate Gesellschaft mit Sony als Minderheitsaktionär und einem Vorkaufsrecht für einen späteren Kauf der Partneranteile. Die MGM-Aktien sind am Mittwoch um knapp zwölf Prozent auf 19,75 Dollar gestiegen.

MGM bestätigte, dass an dem Plan einer Sonderdividende von acht Dollar je Aktie festhalten wolle. Dabei würde Kerkorian allein 1,4 Mrd. Dollar absahnen. Er hatte in den vergangenen acht Jahren drei Mrd. Dollar in MGM investiert.

MGM hatte im vergangenen Jahr knapp 1,9 Mrd. Dollar umgesetzt und einen Verlust von 161 Millionen Dollar verbucht. MGM hatte 2003 vergeblich versucht, die US-Unterhaltungssparte von Vivendi Universal mit dem Filmstudio Universal Pictures zu kaufen. Diese war an General Electric gegangen.(APA/dpa)