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Flugs eine Antwort auf ihre Urlaubsanfrage per E-Mail erhielten die Mystery-Shopper unter anderem aus Illmitz im Burgenland.

Foto: dpa/Carsten Rehder
Der bisher größte Mystery-Check in Sachen Reise im deutschsprachigen Raum zeigt große Schwächen der Tourismusgemeinden beim Umgang mit dem Internetnutzer auf. Erfreulicherweise aber agiert Österreich im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz am professionellsten.

4690 Orte im Test

Dies beweist eine Untersuchung der IRS Consult AG in München die an 4690 Orte in Österreich, Deutschland und der Schweiz Anfragen richtete. Dabei wurde eine exakte touristische Anfrage per Mail verschickt, mit der Bitte um Angebotslegung. Was dabei zurückgemailt wurde (sofern es überhaupt eine Antwort gab), waren wenig exakte Auskünfte. Nur sieben Prozent legten ein Angebot. „Man kann als Internetuser nicht unbedingt mit einem brauchbaren Ergebnis rechnen“, resümiert Rainer Blenke von IRS Consult. Dabei schnitten die österreichischen Tourismus orte noch am besten ab. Rund 2600 heimische Fremdenverkehrsorganisationen – keine Hotels – wurden überprüft.

Zell, Illmitz und Kössen

Am schnellsten und effizientesten reagierten Zell am See, Illmitz im Burgenland und Kössen in Tirol. Diese legten binnen weniger Stunden konkrete Angebote per E-Mail. Jedoch gab es auch andere österreichische Beispiele: Eine nicht genannte heimische Gemeinde antwortete auf das E-Mail nach exakt 81 Tagen. Getoppt wurde diese Antwortgeschwindigkeit von einem deutschen Tourismusort, der sich hundert Tage Zeit ließ – und dann einen Prospekt mit DM-Preisen verschickte. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Tourismusvereine in den Gemeinden oftmals nicht darauf ausgerichtet sind, auch konkrete Angebote zu stellen, sondern nur Vermarktungsagenden haben. Blenke: „Dann erwarte ich mir als Kunde aber, dass eine Anfrage an Hoteliers weitergeleitet wird.“

Die liebste Kommunikationsform

Elektronische Post ist bereits die liebste Kommunikationsform, wenn es um eine Anfrage an Urlaubsorte geht. 34 Prozent greifen zum Telefon. Briefe, Karten, Coupons und Fax verlieren zunehmend an Bedeutung. Blenke schätzt, dass alleine in Deutschland 16 Millionen konkrete E-Mail-Anfragen mit Schweigen quittiert werden. Rund drei Viertel aller Anfragen in Österreich kommen aus Deutschland.(Johanna Ruzicka/DER STANDARD,Printausgabe vom 24./25.4.2004)