Zwei Monate nach dem Verkauf der ehemals vollstaatlichen bulgarischen Telekommunikationsgesellschaft BTK an einen in Österreich eingetragenen Finanzinvestor sind die Gebühren und Preise für Ortsgespräche in Bulgarien deutlich heraufgesetzt worden.

Verteuerungen

Die Monatsgebühr für einen privaten Anschluss von bisher 8,50 Lewa (4,25 Euro) soll ab 1. Mai um 1,50 Lewa steigen, berichteten bulgarische Medien am Freitag. Ein Ortsgespräch soll um 0,01 Lewa auf 0,09 Lewa verteuert werden. Gleichzeitig soll eine Gebühreneinheit im Ortsgesprächs von fünf auf vier Minuten verkürzt werden. Das Billigpaket von bisher 40 Ortsgespräche soll auf 20 verringert werden. Dagegen sollen Auslandsgespräche um bis zu 33 Prozent billiger werden.

Viva Ventures

Rentner haben auch vor dieser Verteuerung über die für sie verhältnismäßig hohen Telefongebühren und -preise geklagt. Eine durchschnittliche monatliche Telefonrechnung ist in Bulgarien so hoch wie ein Viertel einer kleineren Monatsrente von 60 Lewa (30 Euro).

Die in Österreich eingetragene Kapitalgesellschaft Viva Ventures hatte vor zwei Monate 65 Prozent der Anteile der staatlichen Telekom erworben. Viva Ventures gehört zum US-Investitionsfonds Advent International, der auch an der insolventen Wiener Cybertron beteiligt war. Wegen Unklarheiten über den Erwerb auch einer GSM-Lizenz durch Viva Ventures soll der Privatisierungsvertrag erst in zwei Monaten in Kraft treten. (APA/dpa)