Istanbul - Der Präsident des türkischen Fußball-Meisters Besiktas Istanbul, Serdar Bilgili, ist nach der 1:3-Heimniederlage seines Klubs gegen den von Christoph Daum trainierten Stadtrivalen Fenerbahce zurückgetreten. Bilgili begründete seinen Entschluss am Montag mit den Beschimpfungen, denen er während des Spiels ausgesetzt war. Durch die Pleite gegen den Tabellenführer musste Besiktas die Hoffnungen auf die Titelverteidigung begraben. Für Fenerbahce ist die Chance dagegen riesengroß, führt doch der Daum-Klub drei Spieltage vor Saisonende mit zwei Punkten Vorsprung auf Trabzonspor die Tabelle an.

"Glückwunsch, Daum" - Die Zeitung "Hürriyet" gratulierte Daum, der trotz hohen Fiebers und Mittelohr-Entzündung auf der Bank gesessen war, und Fenerbahce am Montag bereits vorzeitig zum Titel. Auch "Sabah" sieht in dem 50-jährigen Ex-Austria-Coach, der bisher den VfB Stuttgart (1992), Besiktas (1995) und die Wiener (2003) zum Meister gemacht hat, den Vater des Erfolges. Und "Milliyet" bezeichnete Daum als "Wunderkind".

"Der 50-jährige Deutsche hat seine Taktik wie ein Schachmeister zusammengestellt. Ergebnis: Daum sagte Schach, (Besiktas-Trainer) Lucescu war matt. Und Besiktas hat das Handtuch geworfen." Drei Runden vor dem Saison-Abschluss liegt Fenerbahce zwei Zähler vor Trabzonspor und hat das leichtere Rest-Programm. "Daum hat die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gut genutzt", lobte "Hürriyet" den Trainer, der Fenerbahce nach einer total verkorksten Saison ohne Europacup-Qualifikation (Platz 6) im vorigen Sommer übernommen und gleich nach oben geführt hat.(APA/dpa)