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Seit dem Start am 17. Dezember habe der dritte Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie ("Die Rückkehr des Königs") bis heute 1,1 Mrd. Dollar eingespielt.

Foto: Reuters/Ho
New York - Der überragende Erfolg der mit Oscars überhäuften Filmproduktion "Herr der Ringe" hat dem weltgrößten Medienkonzern TimeWarner zu einem Gewinnsprung im ersten Quartal 2004 verholfen. Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn auf 961 (Vorjahr: 396) Mio. Dollar (807 Mio. Euro) - ein Plus von 142 Prozent. Der Umsatz legte um 9,2 Prozent auf 10,1 Mrd. Dollar zu. Dies teilte TimeWarner am Mittwoch (Ortszeit) nach Börsenschluss mit. Es war der fünfte Quartalsanstieg in Folge, seit Konzernlenker Richard Parsons die Zügel bei TimeWarner übernommen hat.

Seit dem Start am 17. Dezember habe der dritte Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie ("Die Rückkehr des Königs") bis heute 1,1 Mrd. Dollar eingespielt. Damit sei der Film überhaupt erst der zweite, der an den Kinokassen die Milliarden-Schwelle übersprungen habe. Der "Herr der Ringe" war Anfang März der große Gewinner der 76. Oscar-Verleihung: In Hollywood konnte die Produktion alle elf Trophäen gewinnen, für die der Film nominiert war. Mit 2,95 Mrd. Dollar (plus 24 Prozent) ist die Filmsparte mit Abstand größtes - und überdurchschnittlich wachsendes - Geschäftsfeld von TimeWarner.

Wachstum im Kabelgeschäft

Für Schub sorgte außerdem die Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen in der Kabelfernsehsparte. Im Kabelgeschäft wuchs der Umsatz um 11 Prozent auf 2,04 Mrd. Dollar. Das Verlagsgeschäft erlitt einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 1,09 Mrd. Dollar. Der Umsatz der TV-Netzwerksparte stieg um fünf Prozent auf 2,04 Mrd. Dollar.

Der Internetdienst America Online (AOL), auf den 20 Prozent des TimeWarner-Geschäfts entfallen, verlor im ersten Quartal 237.000 Mitglieder. Stabilisiert wurde das Geschäft der Online-Sparte in Europa, wo AOL wechselkursbedingt zulegen und außerdem die Zahl der Kunden steigern konnte. Der Umsatz bei America Online war mit 2,19 Mrd. Dollar mehr oder weniger unverändert.

Der Verkauf der Musiksparte Warner Music Group für 2,6 Mrd. Dollar an eine Investorengruppe unter Führung von Edgar Bronfman Jr. füllte Kasse von TimeWarner. Der Veräußerungserlös werde für den Abbau der Schulden verwendet, die im ersten Quartal von 22,7 auf 18,8 Mrd. Dollar gedrückt werden konnten. Vor diesem Hintergrund denkt TimeWarner bereits wieder an Übernahmen. Mögliche Objekte sind Metro-Goldwyn-Mayerund das Kabelunternehmen Adelphi Communications, das kürzlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet hat.(APA)