Einmal andere Erfahrungen sammeln und für die Zukunft schnuppern.
Foto: Standard
Wien - Lokführer - der klassische Burschen-Traumberuf. Zumindest ein, zwei Jahre lang, kurz nach Ritter oder Räuber und vor Kfz-Mechaniker und Rennfahrer. Aber warum sollten nicht auch Mädchen diese Träume träumen? Meist vor allem deshalb, weil sie noch nie eine Frau in so einem Beruf sahen.

Andere Vorbilder

Das ist für 1200 Wiener Mädchen seit Donnerstag anders: Sie pilgerten zum "3. Wiener Töchtertag", bei dem sie Gelegenheit bekamen, einmal klassische Männerberufe näher kennen zu lernen. Sei es nun am Westbahnhof, um dort mit der 22 Jahre alten Conny Wieser zu plaudern. Wieser ist eine von derzeit zwei Lokführerinnen bei den ÖBB und hat die 52 Wochen lange Ausbildung als eine der Besten ihres Kurses bestanden. Oder eine Begegnung mit der 24-jährigen Zita Huisbauer, die einen ÖBB-Linienbus im Burgenland lenkt. Sie konnten auch mit Helma Pospisil und Tanja Nowak Bekanntschaft machen - zwei von 136 Fahrdienstleiterinnen in Österreich.

55 Unternehmen beteiligt

Heuer konnten beim Töchtertag bereits 55 Unternehmen besucht werden - im Vorjahr waren es erst 17 gewesen. Seien es nun Werkstätten, Aufnahmestudios, Labors oder Kreativbüros. Sei es die MA 45 (Wasserbau), IBM, Wiener Rettung oder Ottakringer Brauerei.

Und erstmals wurde in einer Kooperation auch den Mädchen in Bratislava "vermittelt, dass es keine Berufe 'nur' für Männer gibt", wie die Töchtertag-Initiatorin, Wiens Frauenstadträtin Renate Brauner (SP), betonte. (DER STANDARD, Print, 30.4./1.5./2.5.2004)