Informationen unter SPÖ-Frauen.
Grafik: SPÖ-Bundesfrauen

Wien - Gäbe es Griechenland nicht, dann stünde Österreich mit seinem Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen europaweit als Schlusslicht da. Das stellte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer anlässlich des "Rabenmuttertages" am Dienstag in einer Pressekonferenz fest. Frankreich gilt als Spitzenreiter, was die Kinderbetreuung der Drei- bis Sechsjährigen betrifft: 99 Prozent aller Kinder dieser Altersklasse gehen in den Kindergarten. Zum Vergleich: In Österreich finden sich nur 68 Prozent der Vorschulkinder in Betreuungseinrichtungen.

Nur vier Prozent der unter Dreijährigen

In Frankreich werden zudem, so eine OECD-Studie aus 2002, 29 Prozent der unter Dreijährigen in Kinderbetreuungseinrichtungen versorgt. In Österreich sind es dagegen nur vier Prozent. In Dänemark werden laut OECD-Studie sogar 64 Prozent der ganz Kleinen in Krippen gezählt. Lernen könne Österreich auch von den neuen EU-Mitgliedern, meinte Prammer. In der Slowakei etwa finden sich 46 Prozent der Ein- bis Dreijährigen und 90 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen in Kinderbetreuungseinrichtungen.

Berufstätige Mütter unterstützen

Seit 2000 begehen die SPÖ-Frauen den Rabenmuttertag bundesweit. "Nicht, dass wir damit signalisieren wollten, dass es Rabenmütter gäbe. Ganz im Gegenteil: Wir wollen den Frauen, die trotz Familie berufstätig sein möchten, den Rücken stärken", erklärte die SPÖ-Frauenchefin. Denn ihnen würden viele Steine in den Weg gelegt. Das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen sei besonders unerfreulich.

Diferenzen in den Gemeinden

Die SPÖ-Frauen fordern darum ein Bundesgesetz, das die Kinderbetreuungseinrichtungen einheitlich regelt, und bessere, vergleichbare Daten. Denn auch die Zahlen, die der OECD-Studie zu Grunde liegen, würden an Vergleichbarkeit und Aktualität zu wünschen übrig lassen, so Prammer. Außerdem müsste die Kommunalpolitik besser unterstützt werden.

Auch heuer wieder steht der "Rabenmuttertag" unter dem Motto "Gleichstellung leben! Genug vom Spagat zwischen Beruf und Fortpflanzung? Gleichberechtigung ohne akrobatische Höchstleistung".

Einzelne Beispiele in Gemeinden würden zeigen, dass ein besseres Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen die Frauen-Erwerbsquote deutlich anhebe, stellte die SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer fest. Die Regierung habe ganz anderes im Sinn. Ihr liege offenbar die traditionelle Rollenverteilung, die Frauen ihren Platz ausschließlich in der Familie zuteile, am Herzen, kritisierte Stadlbauer. (APA)