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Kommandant Latif: Falluja bald offen.

Foto: Reuters
Falluja - Die von Offizieren der ehemaligen Saddam-Armee befehligte "Falluja-Brigade" ist am Dienstag in weitere Stellungen eingerückt, die von den US-Truppen geräumt wurden. Rund 300 Männer der am Wochenende gebildeten neuen Truppe bezogen Position im nördlichen Vorort Golan, der noch kürzlich zwischen Aufständischen und US-Marineinfanteristen heftig umkämpft gewesen war. Die Soldaten ließen dabei auf ihren Lastwagen die alte irakische Flagge wehen.

Der neue Kommandant der Truppe, Mohammed Latif, kündigte an, dass bald alle Zufahrten in die Stadt geöffnet würden. Weitere 80 Familien kehrten am Dienstag nach Falluja zurück, wo sich die Lage weiter normalisiert hat. Die Straßen seien wieder voller Menschen und Autos, berichteten Augenzeugen.

Der zunächst benannte Kommandant der Brigade, General Jasim Mohamed Saleh, wurde vom US-Militär durch Latif ersetzt, nachdem schiitische und kurdische Vertreter im provisorischen Regierungsrat vehement gegen die Reaktivierung Salehs protestiert hatten. Der ehemalige Divisionskommandant unter Saddam Hussein soll nach unbestätigten Berichten an der brutalen Niederschlagung der Schiiten-Aufstände 1991 beteiligt gewesen sein. Latif war Offizier von Saddams Militärgeheimdienst, soll aber später wegen seiner kritischen Haltung zum Regime ins Gefängnis geworfen und ins Exil getrieben worden sein. (APA/dpa)