Pittsburgh - Zu einem erstaunlichen Ergebnis bei der Untersuchung von erstickenden Ratten ist der Mediziner Robert Clark vom Childrens Hospital in Pittsburgh, Pennsylvania gekommen. Männliche und weibliche Gehirne reagieren verschiedenartig auf den drohenden Erstickungstod. Der Forscher meint, dass diese Erkenntnisse in der Notfallmedizin unbedingt zu berücksichtigen sind, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Dass Männer und Frauen auch anders auf Verletzungen und Schlaganfälle reagieren, ist den Wissenschaftlern klar gewesen. "Das ist aber das erste Mal, dass Forscher Unterschiede bei individuellen Nervenzellen entdeckt haben, wenn sie sterben", so der Mediziner. Das Wissenschaftsteam hatte die Sauerstoffzufuhr zum Hirn gekappt und dann untersucht, wie das Absterben vor sich geht. Männliche Hirnzellen verloren dabei große Mengen des Antioxidantiums Glutathion, während weibliche dies nicht taten. "Das Endresultat ist zwar das Gleiche gewesen. Aber der Weg dorthin war verschiedenartig", so Clark.

Unterschiedliche Medikationen

Der Forscher will seine Ergebnisse beim jährlichen Treffen der Pediatric Academic Societies in San Franzisko vorstellen. Die Erkenntnisse sollen auch dazu führen, dass neben der Gabe von Sauerstoff nach Beinahe-Erstickungen, Ertrinken oder auch nach Herzattacken und schweren Blutungen auch andere Medikationen angewendet werden können. Der Forscher meint, dass genauere Untersuchungen weitere Schlüssel dafür sein könnten. "Eine Sauerstoffgabe kann das Hirn zwar vor dem Tod retten, manche Regionen aber wie etwa das Erinnerungsvermögen bleiben sehr oft schwer beeinträchtigt", erklärt Clark, der sich seit zwölf Jahren mit Intensivmedizin beschäftigt. (pte)