Max Mosley referiert in Monaco.

Monaco - Die Teamchefs haben "grünes Licht" für eine der radikalsten Regelreformen in der Formel 1 gegeben. Die Vorschläge von FIA-Präsident Max Mosley sollen helfen, die Ausgaben ab dem Jahr 2006 drastisch zu reduzieren.

Kostenreduzierung um 50 Prozent angestrebt

"Mehr hätte ich von diesem Treffen nicht erwarten können", sagte Mosley nach dem Meeting in Monte Carlo. Ein neues Motorenreglement - Mosley ist für 2,4-Liter-V8-Motoren anstatt der aktuellen 3-Liter-Zehnzylinder - soll nach weiteren Gesprächen mit den Motorenherstellern im nächsten Monat schon für 2006 eingeführt werden. Mosley schwebt eine Kostenreduzierung um 50 Prozent vor.

Zudem plädiert der Engländer unter anderem für Einheitsreifen eines Herstellers und das Verbot aller elektronischen Fahrhilfen spätestens ab 2008: "Wir sind alle Vorschläge durchgegangen, und es gab eine weit reichende Übereinstimmung, dass wir die Änderungen eher früher als später benötigen. Es wird die Formel 1 interessanter machen und für spannendere Rennen und mehr Überholmanöver sorgen."

Kleinere Änderungen könnten schon in der kommenden Saison in Kraft treten. Der umstrittene Qualifikationsmodus wird möglicherweise sogar noch in diesem Jahr geändert.

Alternativ-Rennserie vom Tisch?

Mosley ist auch der Meinung, dass die von den in der GPWC vereinten Automobil-Herstellern geplante eigene Rennserie seit Dienstag kein Thema mehr ist. Die in der Formel 1 tätigen Firmen DaimlerChrysler, BMW, Renault, Ford und Fiat hatten ja wiederholt mit einer Absplitterung im Jahr 2008 gedroht. "Ich glaube, dass die führenden Personen der GPWV mit den Ergebnissen unserer Sitzung sehr zufrieden sind", erklärte Mosley. Vor allem die Ankündigung von Ecclestone, dass die Einnahmen neu verteilt werden, besänftigte die Automobil-Hersteller.

Neues Team im nächsten Jahr

Des weiteren hat Mosley ein neues Team für die WM 2005 angekündigt: "Wir könnten schon nächstes Jahr ein neues Team in der Formel 1 sehen. Jeder fühlt, dass die Formel 1 mit neuen Teams besser, stärker und aufregender wäre. Wir brauchen frisches Blut", so der Brite.

Derzeit bestreiten zehn Teams die Formel-1-WM, der letzte Neuzugang war 2002 Toyota. Ein möglicher Kandidat ist das Team "Arden", der regierende Formel-3000-Champion hat bereits Interesse signalisiert. (APA)