Nürnberg - Die Hoffnungen auf eine Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt haben einen weiteren Dämpfer bekommen. "Das Wirtschaftswachstum ist zu schwach, um dem Arbeitsmarkt Impulse zu verleihen", sagte der Chef der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Mittwoch bei der Vorlage der Arbeitslosenzahlen für April. Deshalb habe sich die Lage weiter eingetrübt. So blieb die Zahl der Jobsuchenden mit 4,44 Millionen nur wegen der zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Statistikänderung unter einer neuen April-Rekordmarke. Die Erwerbstätigkeit nahm weiter ab; auf dem Lehrstellenmarkt bleibt die Lage angespannter als im Vorjahr.

Die traditionelle Frühjahrsbelebung fiel nach dem Monatsbericht bisher schwächer aus als in den vergangenen Jahren. Gegenüber dem März ging die Arbeitslosigkeit zwar um 104.000 zurück. Für die Jahreszeit üblich ist dagegen ein Minus von etwa 140.000. Der Rückgang von 53.000 gegenüber dem Vorjahres-April liegt alleine in der im Januar in Kraft getretenen Herausnahme der Teilnehmer von Trainingsmaßnahmen aus der Statistik. Ohne diese Änderung hätte es im Jahresvergleich einen Anstieg um 18.900 gegeben. Damit wäre der höchste Stand der Arbeitslosigkeit in einem April seit der Wiedervereinigung erreicht worden. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 10,8 Prozent gelegen.

Zahl der Erwerbstätigen sinkt leicht

Die Zahl der Erwerbstätigen sank nach den jüngsten vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamts im Februar gegenüber dem Jänner geringfügig um 16.000 auf 37,64 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 131.000 Erwerbstätige weniger. Saisonbereinigt verringerte sich die Erwerbstätigkeit mit einem Minus von 20.000 stärker als in den Monaten zuvor. So gab es im Januar einen Rückgang um 16.000, im vierten Quartal 2003 nur ein Minus von 3000. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl nahm im April erneut zu, und zwar um 23.000.

Lage am Lehrstellenmarkt angespannt

Auf dem Lehrstellenmarkt bleibt die Lage weiter deutlich angespannter als im vergangenen Jahr. Ende April standen 149.500 unbesetzten Ausbildungsplätzen 331.600 Bewerber gegenüber, womit die rechnerische Lehrstellenlücke bei 182.100 lag. Vor einem Monat lag die Lehrstellenlücke bei 167.400. Hauptproblem ist der Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsplätzen: So seien seit Oktober 386.700 Stellen gemeldet worden und damit 26.900 weniger als im selben Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig meldeten sich mehr Bewerber. Da das Ausbildungsjahr erst wieder im Herbst beginnt, ist die derzeitige Lücke vor allem Anhaltspunkt für die weitere Entwicklung.

Im Westen ging die Arbeitslosenzahl binnen eines Monats um 66.700 auf 2.804.700 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Rückgang bei 7.300. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 8,5 Prozent, nach 8,7 Prozent im März und 8,6 Prozent vor einem Jahr. Im Osten sank die Zahl der Jobsuchenden um 37.300 auf 1,639 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr gab es dort einen Rückgang um 46.000. Die Ost-Arbeitslosenquote lag bei 18,8 Prozent, nach 19,2 Prozent im März und 19,1 Prozent vor einem Jahr.(APA)