"3"-Chef Berthold Thoma

Weniger Kunden und weniger verfügbare UMTS-Geräte als ursprünglich geplant haben das erste Geschäftsjahr des UMTS-Mobilfunkbetreibers Hutchison in Österreich geprägt, der Anfang Mai 2003 nahezu zeitgleich mit der Mobilkom Austria die dritte Mobilfunkgeneration UMTS in Österreich startete. Mit neuen Endgeräten von Nokia, LG und SonyEricsson und neuen Anwendungen wie einem GPS-Dienst mit Sprachansage fürs Auto und Musikvideos will der unter dem Markennamen "3" aktive Anbieter die Zahl der aktuell 55.000 UMTS-Kunden weiter steigern und bis 2006 - wie alle Huchison-UMTS-Töchter weltweit - ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) schreiben.

Erwartet

Seit Mitte März, wo Hutchison in Österreich 25.000 UMTS-Kunden zählte, habe man pro Tag 1.000 Neukunden akquiriert, zog Hutchison Österreich-Chef Berthold Thoma am Mittwoch bei der "1-Jahres-Pressekonferenz" Bilanz. Damit liege man über den Erwartungen, im März habe man unter allen in Österreich tätigen Handynetzbetreibern den größten Nettokundenzuwachs verzeichnet. Die ursprünglichen Kundenziele hat Hutchison auf Grund des bisher weltweit weitgehend ausgebliebenen Erfolgs von UMTS allerdings dennoch verfehlt, beim Start war man noch von einer "hohen fünfstelligen Kundenzahl" bis Ende 2003 ausgegangen.

Lerneffekt

Zwei Drittel aller Kunden nützen regelmäßig Multimedia-Datendienste, die Hälfte zumindest einmal im Monat Videotelefonie, berichtete Thoma. Die Datennutzung sei im Steigen, es gebe nun einen "gewissen Lerneffekt" bei den Kunden. Demnächst will Hutchison auch mit einem Angebot für Wertkartenkunden (Prepaid) und einer Datenkarte für Laptops starten. Um die Kundenzahlen anzukurbeln, bietet Hutchison analog zum Mitbewerb auch 0-Cent-Tarife für Sprachtelefonie.

Kosten spielen sich innerhalb der 12-monatigen Mindestvertragszeit wieder ein

Die Kosten pro Kunden, die u.a. durch günstige Gesprächstarife und subventionierte Handys entstehen, spiele Hutchison innerhalb der 12-monatigen Mindestvertragszeit wieder ein, so Thoma, der künftig auch mehr Wettbewerb bei Datendiensten erwartet. In der Datenkommunikation sei im Unterschied zur Sprachtelefonie der Wettbewerb noch nicht angeheizt, so Thoma. Hutchison wünsche sich generell mehr Wettbewerb im UMTS-Geschäft, zumal man zuversichtlich sei, auch künftig die Nase vorne zu behalten.

Zwei Drittel der Kunden sind Männer

Drei Viertel der "3"-Kunden sind zwischen 18 und 35 Jahre alt, zwei Drittel der Kunden sind Männer. Als Herausforderung sehe man es, die Frauenquote künftig zu steigern, so Thoma. Seit Mai vertreibt Hutchison seine Dienste auch über die Handelskette Hartlauer. Damit habe man nun in Österreich rund 800 Verkaufsstellen, so Thoma.

In neun Ländern UMTS-Lizenzen

Der chinesische Mischkonzern Hutchison, der neben dem Telekombereich vor allem im Einzelhandel und als Hafenbetreiber tätig ist, hat weltweit in neun Ländern UMTS-Lizenzen akquiriert, in sieben davon - darunter in Österreich - ist das Unternehmen bereits aktiv.(APA)