Wien - Syrien ist nach Diplomatenangaben bei der US-Regierung unter Verdacht geraten, Zentrifugen zur Anreicherung von Uran für Atomwaffen zu besitzen. Der Abteilungsleiter im US-Außenministerium John Bolton sei der Ansicht, dass auch Syrien vom pakistanischen Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan beliefert worden sei, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Diplomatenkreisen der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) am Mittwoch in Wien. Khan hatte an den Iran, Libyen und an Nordkorea Nukleartechnologie verkauft.

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Innerhalb der internationalen Geheimdienste bestehe allerdings weder in den USA noch im Nahen Osten Einigkeit über die Erkenntnisse zu Syrien, sagte ein europäischer Diplomat. Nicht einmal Israel sei überzeugt, dass Syrien Zentrifugen in Betrieb habe. Zudem reiche die technische Ausstattung allein nicht aus. Natürlich sei es möglich, dass Syrien Zentrifugen habe, sagte ein US-Waffenexperte. Das bedeute aber keinesfalls, dass das Land knapp vor der Entwicklung der Atomwaffe stehe, fügte er hinzu. Syrien, das für eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten eingetreten war, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. (APA/Reuters)