Wien - "Das Übereinkommen ist notwendig und absolut begrüßenswert", meinte SPÖ-Abgeordnete und Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer am Mittwoch im Parlament zum Übereinkommen zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität. Stadlbauer ging besonders auf den Frauenhandel und das dramatische Ausmaß desselben ein. Wichtig sei, den Opfern und Betroffenen zu helfen, dafür sei ein Aufenthaltsrecht auch ohne sofortige ZeugInnen-Aussage notwendig. "Es reicht nicht, das Problem zu bekämpfen. Auch Prävention und Aufklärung sind von größter Bedeutung", so Stadlbauer.

Doppelte Ausbeutung der Frauen

Bei der Problematik des Frauenhandels gehe es sowohl um sexuelle Ausbeutung als auch um die Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft. "Internationale Schätzungen gehen von einer halben Million Frauen und Kindern aus, die verschleppt werden. Das Geschäft ist mittlerweile lukrativer als der Drogenhandel", so die SPÖ-Abgeordnete.

Besonderes Augenmerk sei auf den Ausbau des Opferschutzes zu legen. Denn die Bundesregierung würde die Hilfseinrichtungen häufig vergessen, kritisierte Stadlbauer. Im Vorjahr hätten sich die Anzeigen im Vergleich zum Jahr 2002 verdoppelt. Stadlbauer betonte aber, wie schwierig es sei, die Opfer zu finden.

Vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung

"Den Opfern muss geholfen werden", forderte Stadlbauer, die die Regelungen in Belgien, den Niederlanden und Italien als vorbildlich anführte. Dort würden Frauen eine dreimonatige Ruhephase erhalten, in Österreich würden die Frauen erst eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung erhalten, wenn sie sich sofort zu einer ZeugInnen-Aussage durchringen könnten. "Die Betroffenen dürfen nicht kriminalisiert werden und der Teufelskreis des Menschenhandels muss durchbrochen werden", so Stadlbauer abschließend. (red)