Kabul - Im Osten Afghanistans sind zwei Wahlhelfer der Vereinten Nationen und ihr afghanischer Übersetzer bei einem Überfall getötet worden. Der stellvertretende Innenminister Hilalludin Hilal teilte am Mittwoch in Kabul mit, die drei Männer seien zur Registrierung von Wählern in der Provinz Nuristan unterwegs gewesen. Zur Staatsangehörigkeit der Ausländer lagen zunächst keine Angaben vor. Ein Sprecher des Innenministeriums machte für den Angriff aus einem Hinterhalt Taliban-Guerillakämpfer und Gefolgsleute des fundamentalistischen Milizführers und ehemaligen Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatyar verantwortlich.

UNO-Sprecher Manuel de Almeida e Silva sagte, wegen des Zwischenfalls werde es "mindestens eine Verzögerung" bei der Wählerregistrierung in Afghanistan geben. Bisher haben die Vereinten Nationen erst zwei von rund zehn Millionen Wahlberechtigten für die auf September verlegten Parlaments- und Präsidentenwahlen registrieren können. Die Präsidentenwahl war ursprünglich bereits im kommenden Monat geplant gewesen.

Die durch die US-Militärintervention entmachteten Taliban hatten wiederholt systematische Wahlsabotage angekündigt und ihre Landsleute, die von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen sollten, mit dem Tod bedroht. Eine Registrierung für die Wahl sei "gleichbedeutend mit Versklavung durch die USA", hatte es geheißen.

Die Vereinten Nation hatten gewarnt, der Wahltermin sei unrealistisch, wenn sich die Sicherheitslage nicht deutlich verbessere. In letzter Zeit ist die Zahl der Angriffe von Taliban- und Al-Kaida-Kämpfern besonders im Osten und Süden des Landes deutlich gestiegen. Die Regierung des Präsidenten Hamid Karzai kontrolliert mit ausländischer Hilfe de facto nur den Großraum Kabul. (APA/AP/Reuters)