Hamburg - Weil er in einem Fernsehinterview die Terroranschläge vom 11. September gebilligt hatte, ist der ehemalige NPD-Anwalt Horst Mahler vom Hamburger Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Unter Einbeziehung eines ähnlichen Urteils des Landgerichts Mainz vor über einem Jahr muss Mahler jetzt insgesamt 260 Tagessätze a 30 Euro zahlen. Der 68-jährige hatte kurz nach den Anschlägen im NDR-Magazin "Panorama" am 20. September 2001 die Attacken als "rechtens" bezeichnet. Mit dem Urteil wurde ein Freispruch des Hamburger Amtsgerichts vom Mai 2003 aufgehoben.

In dem Interview habe der Angeklagte seine Zustimmung zu den Anschlägen gegeben "und sich moralisch hinter die Täter gestellt", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Diese Billigung von Straftaten sei geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Der zur rechten Szene gerechnete Mahler hatte in dem Magazin erklärt: "Es war ein Erschrecken und gleichzeitig auch das Gefühl: Endlich mal! Endlich sind sie mal im Herzen getroffen."

Die Äußerungen erinnerten nach Einschätzung des Gerichts "in fataler Weise" an frühere Aussagen Mahlers. In den 70er Jahren hatte Mahler das Münchner Olympia-Attentat von 1972 als "mutige Kommandoaktion" bezeichnet. Lägen die neuerlichen Äußerungen nicht schon zwei Jahre zurück, wäre der Angeklagte dem Gericht zufolge zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Mahler kündigte nach der Urteilsverkündung Revision an. Notfalls werde er bis zum Bundesverfassungsgericht gehen.

Mahler hatte im Laufe des Prozess erklärt, er würde die Äußerungen aus der "Panorama"-Sendung heutzutage nicht wiederholen, weil er nicht mehr davon ausgehe, dass die Anschläge wirklich stattgefunden hätten. Stattdessen glaube er, dass der amerikanische Geheimdienst dahinter stecke. Der Richter erklärte dazu, diese Vorstellungen überschritten "auch die wildesten Fantasien denkender Menschen". Den von Mahler angekündigten "in Kürze zu erwartenden neuen Erkenntnissen zum 11. September sieht das Gericht gelassen entgegen", erklärte der Richter.

Im März 2003 hatte das Mainzer Landgericht Mahler bereits wegen Billigung der Anschläge in einer ZDF-Sendung zu einer Geldstrafe verurteilt. (APA/AP)