KEB' MO'
Keep It Simple
(Sony)

Foto: Plattencover / sony

CANDI STATON
(EMI)

Foto: Plattencover / emi

MINNIE RIPERTON
Perfect Angel/Adventures In Paradise
(EMI)

Foto: Plattencover / emi

NAS
Illmatic
(Sony)

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KEB' MO' Keep It Simple (Sony)
Wie elegant Blues sein kann, ohne dass man ihm seine Ecken und Kanten nimmt, beweist Kevin Moore alias Keb' Mo' auf Keep It Simple. Lässig zurückgelehnt integriert der in Los Angeles geborene Gitarrist zarte Elemente aus Soul, Country und Rock und schüttelt mit einer prägnant leger spielenden Band eine Wuchtel nach der anderen aus dem Ärmel. Eingedenk des Albumtitels hält sich der Mann in seinen Möglichkeiten bedeckt und bestätigt so einmal mehr den Merksatz: "Weniger ist mehr". Als Korrektiv zum eben erschienen Robert-Johnson-Irrtum des penetrant wiedergängerischen Bluesstrebers Eric Clapton wärmstens empfohlen.

CANDI STATON (EMI)
Nachdem die geniale Studiomannschaft des in Muscle Shoals, Alabama, beheimateten Labels Fame Records Hits für Aretha Franklin, Wilson Pickett und eine Reihe anderer Soulgrößen produziert hatte, galt sie Ende der 60er-Jahre bald als heißester Tipp für Southern Soul - neben Stax in Memphis. Diese bereits vor drei Monaten erschienene, titellose CD versammelt die Höhepunkte des Outputs von Candi Staton auf Fame. Die rohe Eleganz sowie die Intensität ihres Vortrages prägen Statons Songs ebenso wie die Zärtlichkeit, mit der sie Balladen wie das von O.V. Wright und vor allem von Otis Redding her bekannte That's How Strong My Love Is präsentiert. Ebenfalls enthalten ist hier Statons Version des Tammy-Wynette-Evergreens Stand By Your Man, mit dem die bis heute erfolgreiche Sängerin seinerzeit einen Hit landete. Zeitlos.

MINNIE RIPERTON Perfect Angel/Adventures In Paradise (EMI)
Ebenfalls wiederveröffentlicht wurden nun Album Nummer zwei (1974) und drei (1975) der Ausnahmestimme Minnie Riperton auf einer CD. Die zeitweise als Backgroundsängerin bei Stevie Wonder beschäftigte Riperton besticht darauf mit unerhört sonnigem Funk. Immerhin lebte sie ja damals im "Sunshine State" Florida. Dieser Funk pflegt seine Verwurzelung im Soul ebenso wie ein stellenweise jazzig anmutendes Idiom. Die Resultate entladen sich in hochenergetischen Wahnsinnsnummern wie etwa dem Album-Opener Reasons oder der tief empfundenen Ballade Lovin' You. Angesichts der unerhörten Lebensfreude, die Riperton hier verströmt, wird einem richtig schwer ums Herz, wenn man weiß, dass sie 1979 gerade 32-jährig an Krebs starb. Ihr fünf Alben umfassendes musikalisches Erbe strahlt bis heute und wird ausgiebig von Dancefloor-Produzenten wie etwa den Briten 4 Hero gesampelt.

NAS Illmatic (Sony) Als Nasir Jones 1994 als Nas sein Album Illmatic veröffentlichte, war in der Fachwelt bald klar, dass es sich dabei um ein verdammtes Meisterwerk handelt. Zehn Jahre später erscheint dieser Meilenstein um ein paar eigentlich unnötige Bonusbeigaben erweitert als Jubiläumsausgabe wieder und macht mit seiner minimalistisch-dichten Ästhetik immer noch staunen. Zu der fast trägen, jedoch punktgenau arrangierten und hochmusikalischen Produktion rappt ein exzellenter Debütant seine "Street Poetry", ohne in platte Gangster-Rap-Platitüden zu verfallen. Trotz des brillanten Folgewerks It Was Written muss gesagt werden: Besser sollte der Sohn von Jazzmusiker Olu Dara nie mehr werden. Eines der zwingendsten HipHopalben aller Zeiten. (flu, DER STANDARD, Printausgabe, rondo, vom 7.5.2004)