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Leo Gabriel

foto: apa/techt
Wien - Leo Gabriel (58) ist ein vielseitiger Mann: Filmemacher, Journalist und Publizist, Anthropologe und Lateinamerika-Experte, Globalisierungs-Kritiker, Mitglied des Internationalen Komitees des Weltsozialforums und Mitbegründer zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen in Österreich wie Attac Österreich. Jetzt versucht er sich erstmals als Politiker. Am 13. Juni tritt er bei den EU-Wahlen als Spitzenkandidat für die von der KPÖ unterstützten "Linken"-Plattform an.

Leo Gabriel wurde am 27. Juli 1945 in Neunkirchen in Niederösterreich geboren. Sein Vater war der bekannte österreichische Philosoph Leo Gabriel (1902 - 1987), eine der prägenden Figuren am Philosophischen Institut der Universität Wien in der Nachkriegszeit. Leo Gabriel jun. studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Wien sowie Sozial-Anthropologie in Paris.

In den 70er und 80er Jahren lebte Leo Gabriel in Südamerika. 1980 gründete er die alternative Presseagentur APIA in Managua (Nicaragua). Heute ist er Leiter des Ludwig Boltzmann Institutes für Lateinamerikaforschung. Für sein Buch "Aufstand der Kulturen" - über die Konfliktregionen Mittelamerikas - erhielt er 1988 den von der katholischen Kirche vergebenen Dritte Welt-Publizistikpreis. Einen Namen machte sich Gabriel auch als Journalist, u.a. als freier Mitarbeiter des ORF, wo er vor allem für das Kirchen-Magazin "Orientierung" Beiträge gestaltet.

Daneben engagierte sich Gabriel immer mehr in zivilgesellschaftlichen Initiativen. Er ist Mitbegründer u.a. von Attac Österreich, der Initiative "EuroMarsch Österreich", der Clean-Clothes-Kampagne, der Informationsgruppe Lateinamerika und von Anti-Kriegs-Bewegungen.

Vor einem Jahr reiste Gabriel im Zuge einer siebenköpfigen Friedensmission des Weltsozialforums für zehn Tage in den Irak. Nach seiner Rückkehr sagte er damals im März 2003: "Die Menschen haben mehr Angst vor einem drohenden Bürgerkrieg nach Beendigung der Bombardements als vor den Bomben selbst."

Im November 2002 war Gabriel Mitveranstalter des ersten Europäischen Sozialforums in Florenz unter dem Motto "Für ein anderes Europa - in einer anderen Welt". Die Themen "Globalisierung und Neoliberalismus", "Krieg und Friede" sowie "Demokratie und Menschenrechte" standen dabei im Mittelpunkt. (APA)