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Schon vor Jahren demonstrierten die bretonischen Karfiolbauern mediengerecht für ihre Produkte.

Foto: AFP/EMMANUEL PAIN
Paris - Die Karfiol-Bauern der Bretagne sind erbost über die "unfaire Konkurrenz" der neuen EU-Mitgliedstaaten und fordern seit Anfang der Woche mit Protestaktionen staatliche Unterstützung. In der Nacht zum Donnerstag protestierten Hunderte Bauern mit Straßenblockaden gegen ihre Verluste, die nach Angaben des bretonischen Bauernverbandes in diesem Jahr 30 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr ausmachen.

Laut Bauernverband mussten schon im Jänner 13 Millionen Karfiol-Köpfe wegen mangelnder Nachfrage vernichtet werden. Hauptschuldiger ist nach Auffassung der französischen Bauern Polen, das mit hochmodernen Verarbeitungsfabriken und Billiglöhnen arbeite.

Nachdem der deutsche Markt schon mit polnischem Karfiol "überschwemmt" worden sei, könne es in einigen Jahren mit ungarischem Spargel, Paprika und Tomaten für die französischen Hersteller noch schlimmer kommen, sagte Yvon Auffret, Chef des bretonischen Fachverbandes Cerafel Bretagne.

Doch die Ursache für die Kohlflaute liegt nicht nur in der Konkurrenz aus Osteuropa: Die Franzosen essen fast nur noch halb soviel Blumenkohl wie noch vor 20 Jahren. Fünf Kilogramm betrug der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch 1982, heute sind es nur noch drei Kilogramm.

Am Montag hatten die Bretonen, die 80 Prozent des französischen Karfiols herstellen, tonnenweise Kohlköpfe auf Überlandstraßen geschüttet und den Verkehr stundenlang lahm gelegt. (APA)