Rom - Der Präsident und Geschäftsführer der italienischen Staatsbahnen, Giancarlo Cimoli, ist am Donnerstag zur neuen "Nummer eins" der konkursbedrohten italienischen Fluglinie Alitalia ernannt worden. Cimoli übernimmt den Posten des Präsidenten und des Geschäftsführers der italienischen Fluggesellschaft, die mit einem 62-Prozent-Anteil unter staatlicher Kontrolle steht. Dies wurde am Ende einer gespannten Sitzung des Alitalia-Direktoriums in Rom beschlossen.

Wechsel als Bedingung für Neubeginn

Cimoli übernimmt den Posten des bisherigen Alitalia-Präsidenten Giuseppe Bonomi und des Generaldirektors Marco Zanichelli, der vor einem Monat auch die Kompetenzen des Geschäftsführers übernommen hatte. Cimoli, der in den vergangenen Jahren auf entscheidende Weise zur Sanierung der schwer verschuldeten Staatsbahnen beigetragen hatte, gilt als erfahrener Manager in staatlichen Unternehmen. Der Wechsel an der Spitze der Alitalia gilt laut der Regierung als unentbehrliche Bedingung für den Neubeginn der Fluggesellschaft, die um ihre Zukunft kämpft. Die Regierung hat gleichzeitig ein Dekret über Maßnahmen zur Unterstützung der italienischen Luftfahrt verabschiedet.

Erst vor einem Monat hatte Alitalia-Geschäftsführer Francesco Mengozzi das Handtuch geworfen, nachdem sein Sanierungsplan, der die Streichung von 2.700 Arbeitsplätzen vorsah, wegen einer Streikwelle der Belegschaft nicht durchgesetzt werden konnte. Er war von Generaldirektor Marco Zanichelli ersetzt worden.

Gewerkschaften begrüßen Regierungsplan

Die Gewerkschaften begrüßten den Plan der Regierung zur Bewältigung der Krise. Hauptpunkt des Plans ist eine Kapitalaufstockung, die auch Privaten den Einstieg in die Alitalia ermöglichen soll. Die Gewerkschaften schlossen nicht aus, dass es zu einer Widerrufung des am 17. Mai geplanten Streik im italienischen Flugverkehr kommen wird, der am Mittwoch ausgerufen worden war. (APA)