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Robert Newald/Standard

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Gentechnisch veränderte Aussaat soll bewilligungspflichtig bleiben, aber die Frage von Schutzzonen ist strittig.

Reuters
Salzburg - Noch ist in Österreich der Anbau von GVO verboten, aber es bleibt die Unsicherheit, wann die EU den Zulassungsstopp für genveränderte Pflanzen aufheben wird. Nicht nur das Land Salzburg, sondern auch mehrere europäische Länder bangen um bisher gentechnik-freie Oasen. Daher haben sich 12 europäische Regionen (Teile von Frankreich, Deutschland, Griechenland, Großbritannien) mit Salzburg, Oberösterreich und dem Burgenland zu einem Netzwerk zusammen geschlossen.  Die Forderung dieses Netzwerkes besteht darin, dass einzelne Regionen Europas selbständig entscheiden können, ob sie Gentechnik einsetzen wollen oder nicht. Der Salzburger Agrar-Landesrat Sepp Eisl kämpft weiterhin um die Forderung, dass die EU-Kommission gentechnik-freie Zonen in Europa möglich macht. Wichtig ist für Eisl auch, wie die Koexistenzfrage, das Nebeneinander von gentechnik-frei arbeitenden und  Landwirten , die genveränderte Organismen (GVO) verwenden, europaweit zu klären ist. Auch bedürfen die Fragen zur Haftung, bei einer zukünftigen Ausbringung von GVOs, einer Lösung. Eisl: "Unabhängig von der Modifizierung unseres Gentechnik-Vorsorgegesetzes bleibt das Verursacherprinzip aufrecht. Derjenige, der GVOs anbauen will, muss die Verantwortung dafür übernehmen".

Gütesiegel "gentechnikfrei"
Damit die Forderungen um Gentechnikfreiheit, wie um Gentechnik-freie Zonen Sinn bekommen  - in der Europäischen Union wurde der Bereich der gentechnisch veränderten Lebensmittel, sowie deren Kennzeichnung, durch die Novel-Food-Verordnung 1997 für alle Mitgliedstaaten, verpflichtend geregelt -  haben sich sowohl  Österreichs KonsumentenschützerInnen, als auch PolitikerInnen dazu entschlossen, ein "Gentechnik-frei-Gütesiegel" zu installieren. 

Lebensmittel, die mit dem Gütesiegel "Kontrolliert gentechnik- frei erzeugt" ausgezeichnet sind, dürfen dabei weder aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen, noch diese enthalten. Auch bei der Herstellung und der Produktion von Zusatzstoffen (z.B. Enzyme, Aromastoffe, Vitamine) dürfen keine gentechnischen Verfahren eingesetzt werden. Dies gilt auch für die Futtermittel jener Tiere, die zur Herstellung von Lebensmitteln herangezogen werden.

Probleme ergeben sich aber in einer Nichtkennzeichnung. Denn es gibt keine Kennzeichnungspflicht, wenn der "Weg durch den Tierkörper geht". Da bereits über 80% genmanipulierte Pflanzen nach Europa importiert werden, müssen sich die Verbraucher mit dem Restrisiko abfinden. Die Kennzeichnung mit dem Gütesiegel ist freiwillig und kann von Herstellern, wenn die Kriterien erfüllt sind, beantragt werden.

Gefährliches Gen-Food?
Es gibt eine große Anzahl von Studien, die bereits ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Organismen gefahrlos - zumindest nach derzeitigem Wissensstand -  verspeist werden können. Es gibt aber noch keine Langzeitstudien. Die Anwendung der Gentechnik beschränkt sich bisher auf wenige Nutzpflanzen. Gemüse und Obst sind in Europa nicht gentechnisch verändert - auch die Tomaten nicht.

Als Ausweg bietet sich die ökologische Landwirtschaft mit ihren Bioprodukten an. Die Biobauern verwenden keine gentechnisch veränderten Futtermittel. Aber nur von der Bio-Kost zu leben, dürfte vielen Konsumenten zu teuer sein.

Ackergrenzen schützen nicht Auch wenn die Forderungen des Netzwerkes für "Gentechnik-freie Regionen Europa" von der EU umgesetzt werden und regional entschieden werden kann, ob Gentechnik eingesetzt wird oder nicht, bleibt immer noch die Frage offen, ob Pollen von genmanipulierten Pflanzen wirklich von Ackergrenzen auf ihrem "Paarungsflug" gestoppt werden können. (kGru)