Budapest - Nach einer monatelangen Zwangspause werden die Dreharbeiten zur Verfilmung des "Roman eines Schicksallosen" von Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertesz nun fortgesetzt. Die Arbeiten waren wegen Geldproblemen eingestellt worden. Wie es in ungarischen Medien am Montag hieß, seien zugesagte Gelder nicht eingetroffen, weshalb die Gehälter der Mitarbeiter des Stabs nicht gezahlt werden konnten. Regisseur Lajos Koltai vertraut nun darauf, dass die Dreharbeiten bis Ende Juni abgeschlossen und die mit Rekordkosten von 2,5 Milliarden Forint (9,91 Mill. Euro) geplante Produktion noch heuer ihre Weltpremiere haben kann.

Aus Geldmangel waren die Dreharbeiten Anfang Februar eingestellt worden. Inzwischen wurde der Stuhl des Producers neu besetzt. Gekündigte ausländische Koproduktionsverträge sollen neu geknüpft und eine umfassende "rechtliche und finanzielle Kontrolle" der Produktion durchgeführt werden.

Kunstschnee nötig

Die ungarische Regierung gab am 28. April jene 430 Millionen Forint frei, die von den staatlichen Fördergeldern in Höhe von 920 Millionen Forint für den Kertesz-Film noch nicht verwendet wurden. Wie Koltai betonte, würden diese Gelder ausreichen, um die Dreharbeiten in Ungarn zu beenden. Die ausländischen - deutschen und englischen - Sponsorengelder sollen nach Abschluss der Dreharbeiten fließen.

Nun setzt der alte Stab in der Budapest nahen Kleinstadt Fot die Arbeiten fort; auch der englische Toningenieur und Oscarpreisträger Simon Kaye sowie eine Spezialkamera sollen in Budapest eintreffen. Die Zwangspause stellt Koltai vor neue Probleme. Der Einzug des Frühlings macht wahrscheinlich den Einsatz von Kunstschnee notwendig. (APA)