Nicht zu biegen: Michael Schumacher.

Wien - Nach nur fünf Rennen hat Michael Schmacher seinen siebenten Titel in der Formel-1-WM praktisch im Sack. Nach fünf Siegen in ebenso vielen WM-Läufen hält der Ferrari-Weltmeister bei 18 Punkten Vorsprung auf seinen ungefährlichen Adjudanten Rubens Barrichello, aber schon 26 auf Jenson Button im BAR. Kein Wunder, dass die Gazzetta dello Sport am Montag bereits schrieb, dass diese Formel-1-Weltmeisterschaft längst wegen eines technischen K.o. abgebrochen worden wäre, würde es sich um einen Boxkampf handeln.

Die Ferrari-Konkurrenz musste am Sonntag in Barcelona trotz der ersten technischen Ferrari-Probleme zur Kenntnis nehmen, dass die Scuderia aus Italien weiterhin unschlagbar ist. Schumacher ließ Blitzstarter Jarno Trulli im Renault vorne weg fahren, schnappte sich den führenden Italiener wie üblich schon beim ersten Boxenstopp und konnte dann auch durch einen defekten Auspuff nicht gebremst werden.

Montezemolo gefällt's

Selbst Ferrari-Chef Luca di Montezemolo witzelte ("Genießt die schöne Langeweile"), tatsächlich könnte der Deutsche schon im Juli in Hockenheim seinen siebenten Titel einfahren. "Aber die Leute müssten mich langsam gut genug kennen, um zu wissen, dass das noch nicht einmal im Ansatz ein Thema für mich", bremste der Kerpener die Erwartungen. "Das war das fünfte Rennen, es gibt noch 13 weitere in dieser Saison. Wir behalten einfach unseren Rhythmus bei, machen uns wie gewohnt an die Arbeit und versuchen, uns weiter zu verbessern."

Fachmedien wie die italienische Gazzetta sehen freilich keinen wirklichen Herausforderer, auch wenn BAR-Honda und zuletzt Renault starke Leistungen abliefern. Von den großen Werks-Konkurrenten kommt derzeit aber nicht sehr viel. BMW-Williams ist nach fünf Rennen in der Konstrukteurs-WM nur Vierter und die kriselnden McLaren-Mercedes sind mit fünf mickrigen Punkten Fünfter. In Spanien wurden David Coulthard und Kimi Räikkönen sogar vom Brasilianer Felipe Massa im Ferrari-Imitat Sauber überholt.

"Ohne Ferrari wäre es toll"

Die internationalen Medien sehen bereits Langeweile aufkommen. "Ohne Ferrari wäre dies eine tolle Weltmeisterschaft", schrieb El Pais in Spanien, der Daily Mirror titelte: "Schumacher gewinnt Langweilerkrieg." Und die Gazzetta dello Sport ätzte: "Die Rivalen gehen unter. Schumacher und Barrichello hätten sich einige Runden vor Ende die Helme abnehmen können, um sich für die Siegerehrung ein wenig die Frisur zu richten."

Auch die WM-Verantwortlichen können derzeit nicht viel gegen die Ferrari-Übermacht tun. Allerdings soll es noch diesen Sommer die dritte Änderung des Qualifikationsmodus geben. Bernie Ecclestone schweben zwei halbstündige Sessionen am Samstag vor um die Attraktivität wenigstens für die Zuschauer zu heben. Die begeistern sich zumindest in Deutschland für das Schumi-Solo, über zehn Millionen am Sonntag auf RTL bedeuteten eine Million mehr als im Vorjahr. Für die machtlose Konkurrenz formulierte der Kurier aus Belgrad eine Möglichkeit, die Dominanz zu brechen: "Nehmt Schumi den Führerschein weg."(APA)