Wien - Österreicherinnen und Österreicher leben immer länger und immer ungesünder, sprich: "Wir leben immer länger krank", kritisierte der Vorstand des Instituts für Sportwissenschaften, Univ.-Prof. Norbert Bachl, am Montag anlässlich des "Vitaltages" der Universität Wien. Die daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten würden immer weiter zunehmen.

Ungesunder Lebenswandel

Bis 2020 rechne die WHO damit, dass 70 Prozent der Todesfälle auf einen ungesunden Lebenswandel zurückzuführen sein werden, so Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. Fast zehn Prozent der Österreicher seien fettleibig, monierte sie. In punkto Rauchen halte man zudem hier zu Lande einen "Europarekord". Rauch-Kallat regte zu mehr Bewegung und gesünderer Ernährung an. Dadurch würden sich unter anderem auch die Zahl der Krebserkrankungen um 30 bis 40 Prozent verringern lassen.

Risikofaktioren

Durch körperliche Inaktivität drohen negative Folgen für die Gesundheit, sagte Bachl: Risikofaktioren seien unter anderem degenerative Herz-Kreislauferkrankungen, Fettstoffwechselstörungen oder im Alter eine erhöhte Gefahr von Osteoporose.

Österreichisches Paradoxon

In punkto Fitness gibt es jedoch offenbar ein österreichisches Paradoxon, sagte er: Zirka 70 Prozent geben an, Sport zu treiben, jedoch nur 45 Prozent tun dies regelmäßig, sagte er. Nur rund 19 Prozent hätten tatsächlich eine höhere Leistungsfähigkeit. Bachls empfohlener Richtwert: Pro Woche solle man mindestens 1.500 Kilokalorien durch Bewegung verbrennen. Dies entspreche etwa einer halben Stunde "Nordic Walking" an sechs bis sieben Tagen.

Die Ministerin hält sich nach eigenen Angaben auf eine recht einfache Weise fit: Sie gehe im Ministeriumsgebäude so oft wie möglich zu Fuß über die zehn Stockwerke von der Garage ins Büro, erklärte Rauch-Kallat. Alle anderen benutzen offenbar lieber den Lift: "Ich habe noch nie jemanden getroffen", sagte sie. (APA)