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Foto: Reuters/Krause
Dass die Werbung nicht immer die edelste Klinge führt, um ihre Produkte an den Konsumenten zu bringen, für diese Einsicht genügt ein Blick in jeden beliebigen Werbeblock. Besonders krass wird es traditionell dann, wenn sich die Kosmetikindustrie wieder einmal um das Haupthaar der Damenwelt kümmert.

Entwirft sie dann doch meist ein Frauenbild, das dem ärgsten Macho sein Bier verleidet. Aktuell gibt es zwei Spots, die diesbezüglich in die Kategorie Zumutung fallen. Im ersten sitzt eine Frau auf einem Sofa und parliert mit einer existenziell anmutenden Ernsthaftigkeit über die Entwicklung ihres Haares vom brüchig-matten Elend bis zur nun ausgestellten Pracht. Der Text, den man ihr dafür in den Mund legt, lässt den Verdacht aufkeimen, dass das besprochene Stroh eher innerhalb des Kopfes als außerhalb hauptgemeldet sei.

Im zweiten Spot bemüht sich eine Dame mit narzisstischem Ausdrucksgebaren, ihr Wallehaar vor der Kamera ausdrucksstark zu präsentieren. Dazu klimpert ausgerechnet Dieter Bohlen eine seiner Billigmelodien. Ob Bohlen als Werbeträger Sympathien bei den potenziellen Kundinnen weckt, sei dahingestellt. Für Unentschlossene sei hier ein Zitat aus seiner Autobiografie "Nichts als die Wahrheit" wiedergegeben: "Ich lehnte mich an die Bar und sichtete das anwesende Frauenmaterial." (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 11.5.2004)