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Im Bild: Das 1,6 Mio Euro teure 'da Vinci'-Roboter-Chirurgie-System am AKH.

Foto: APA/GUENTER R. ARTINGER
Eine bessere Koordination von bisherigen Einzelprojekten und -ansätzen zum Thema "Telemedizin" verspricht das am Donnerstag präsentierte und eröffnete "Exzellenzzentrum Telemedizin an der Medizinischen Universität Wien". Die Errichtung des virtuellen Zentrums wurde vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) empfohlen und vom Bildungsministerium vorerst mit einer Startförderung von 40.000 Euro bedacht.

Telemedizin

Telemedizin umfasst verschiedenste Aspekte, die alle eines gemein haben: räumliche Distanz. Sei es zwischen verschiedenen ärztlichen Spezialisten, zwischen Lehrenden und Studenten oder - im Extremfall - zwischen behandelndem Arzt und Patienten. Durch die Segnungen von Computern und Netzwerken können Distanzen verkürzt werden, ohne dass irgendjemand sein Büro oder sein Bett verlässt.

Im Forschungsschwerpunkt "Telemedizin" des Exzellenzzentrums stehen unter anderem bildgebende Verfahren im Mittelpunkt. So sollen möglichst einheitliche Abläufe entwickelt werden, wie etwa Hausärzte über das Internet jederzeit an im Krankenhaus gemachte Röntgenbilder eines Patienten kommen können. Auch die Einbeziehung von Kollegen und Spezialisten beispielsweise zur Erstellung von Diagnosen soll damit erheblich erleichtert werden.

Tele-Chirurgie

In Einzelfällen haben bisher schon Versuche der so genannten Tele-Chirurgie mediale Aufmerksamkeit erregt, wenn etwa ein tausende von Kilometern entfernter Spezialist über vernetzte Roboter einen Menschen operierte. Weniger spektakulär, aber deshalb nicht weniger bedeutsam ist die Entwicklung bei der Fernüberwachtung von Patienten. Daten - etwa über bestimmte Blutwerte - werden laufend in eine Zentrale übermittelt, während der Patient zu Hause sein kann.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist "Tele-Education - e-Learning". Dabei gehe es nicht nur um studentische Ausbildung, sondern auch um die laufende Fortbildung etwa von niedergelassenen Ärzten, erklärte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V). Durch die Vernetzung könnten Praktiker wesentlich einfacher am laufenden Fortschritt teilnehmen als bisher.

Vereinheitlichung von Systemen

Die nötigen Technologien und vor allem auch Vereinheitlichungen von Systemen werden im Rahmen des Forschungsschwerpunkts "Telemedizinische Technologie" entwickelt. Das beinhaltet aber nicht nur die technische Seite, sondern auch rechtliche Fragen und die Festlegung von Verantwortlichkeiten. Auch den Fragen Datensicherheit und sichere Kommunikation soll nachgegangen werden.

Ein Ziel wäre es, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens nicht verschiedene, von einzelnen Ärzten oder Krankenhäusern angelegte Krankengeschichten bekommt, sondern dass jeweils nur Beiträge zu einem elektronischen, lebensbegleitenden Gesundheitsakt (ELGA) geliefert werden.(APA)