Paris - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der französische Präsident Jacques Chirac sind am Donnerstag zum 82. deutsch-französischen Gipfel zusammen getroffen. Bei dem Treffen im Pariser Elysee-Palast (ab 09.45 Uhr) sollen unter anderem Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und ein bürgernäheres Europa auf der Tagesordnung stehen. Auch die Kabinette beider Länder kommen zum dritten Mal in knapp eineinhalb Jahren zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Hinter den Kulissen dürfte auch der Streit um die Industriepolitik zur Sprache kommen. Zwischen Berlin und Paris kamen zuletzt Misstöne auf, weil die französische Regierung massiv zu Gunsten der Konzerne Sanofi und Alstom eingriff und sich dabei auf nationale Interessen berief. Paris und Berlin wollen Strafregister elektronisch vernetzen

Frankreich und Deutschland sowie Spanien wollen im kommenden Jahr ihre Strafregister elektronisch vernetzen. Langfristig werde ein europäisches Strafregister angestrebt, sagte die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries am Donnerstag in Paris bei der deutsch-französischen Kabinettssitzung. Die drei Länder hätten dazu eine Arbeitsgruppe gebildet.

Mit ihrem französischen Amtskollegen Dominique Perben habe sie zudem die weitere Zusammenarbeit abgesteckt, sagte Zypries in einem Kommunique. So solle eine Arbeitsgruppe künftig "dafür sorgen, justizielle Fragen der Terrorismusbekämpfung schnellstmöglich zu lösen". Auch bei Sorgerechtskonflikten und beim Familien- und Betreuungsrecht wolle man sich enger abstimmen. (APA)