Bild nicht mehr verfügbar.

Buwog-Chef Gerhard Schuster will heuer noch rund 300 Wohnungen an ihre Nutzer verkaufen

Foto: APA/Artinger
Wien - Die vor dem Verkauf an kommerzielle Investoren stehende Buwog hat in den vergangenen beiden Jahren rund 670 Wohnungen an die Mieter verkauft und dabei faktisch gut 1.300 Euro pro Quadratmeter erzielt. Bis Ende des Jahres sollen weitere rund 300 Wohnungen an interessierte Nutzer verkauft werden, sagte Buwog-Chef Gerhard Schuster am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Der Abverkauf von Wohnungen in "gemischt genutzten" Anlagen (Mieter und Wohnungseigentümer) soll auch unter neuen Eigentümern weitergehen, sagte Schuster.

Strategische Planung bis 2008

Weitere 4.000 bis 5.000 Buwog-Wohnungen werden parifiziert und dürften in den nächsten Jahren den Mietern zum Kauf angeboten werden, sagte Schuster. Das Management des Unternehmens, das zum Großteil an öffentlich Bedienstete vermietet, will in der zweiten Jahreshälfte eine genauere strategische Planung für die Jahre bis 2008 entwerfen. Fragen zum Verkauf der Buwog selbst, für den bis Ende nächster Woche verbindliche Angebote abgegeben werden müssen, wollte Schuster keine beantworten. Die Buwog wird zusammen mit der Linzer WAG, der oberösterreichischen EBS und der Kärntner ESG Immobilieninvestoren zum Kauf angeboten. Der Verkaufsprozess läuft seit Herbst vergangenen Jahres, derzeit sind noch sechs Interessentengruppen im Rennen.

Die Buwog selbst hat im vergangenen Jahr ein (um Verkaufserlöse bereinigtes) Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf Vorjahreshöhe von rund 6,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Verkraftet mussten dabei 1,2 Mio. Euro an Insolvenzfolgen bei der Revitalisierung des Sanatoriums Purkersdorf werden. Die Umsatzerlöse der Gesellschaft, der etwa 20.000 Wohnungen gehören, beliefen sich im vergangenen Jahr auf knapp 135 Mio. Euro, davon 81,6 Mio. Euro aus Mieterlösen.

65 Mio. Euro an Dividende abgeführt

Die Buwog bildet zusammen mit der WAG das "Filetstück" des zum Verkauf stehenden Wohnungspakets. Wie die WAG hat auch die Buwog in den vergangenen beiden Jahren substanzielle Dividenden an die Republik abgeführt - für die beiden Jahre 2001 und 2002 zusammengenommen 65 Mio. Euro. Die Buwog verfügt freilich über wesentlich schlechtere Kapitalausstattung und geringere Bauland-Reserven als die WAG: Die Eigenkapitalquote der WAG ist mehr als doppelt so hoch wie jene der Buwog (12 Prozent). Die WAG verfügt über 700.000 Quadratmeter bebaubare Grundstücke, die Buwog über 150.000 Quadratmeter an Grundstücksreserven. Die Bank-Verbindlichkeiten der Buwog belaufen sich auf 237 Mio. Euro, gegenüber Bund und Ländern steht sie mit 468 Mio. Euro in der Kreide.

Geringes Interesse

Die 2001 eingeläutete Verkaufsaktion von Buwog-Wohnungen an deren Mieter ist auf ein wesentlich geringeres Interesse gestoßen als erhofft. Bis Ende Mai 2004 sind lediglich 671 Wohnungen verkauft worden, bis Jahresende könnten es 900 bis 950 werden, sagte Buwog-Chef Schuster. Aus dem Verkauf der 671 Mietwohnungen flossen der Buwog bisher 68 Mio. Euro zu, bis zum Ende der Verkaufsaktion soll der Wert 85 Mio. Euro erreichen.

Der bisher erzielte Erlös entspricht bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 75 Quadratmetern einem rechnerischen Quadratmeterpreis von etwa 1.350 Euro. Der Barkaufpreis beträgt nach Angaben der Buwog aber lediglich 1.100 Euro pro Quadratmeter (die Verkäufer haben zum Teil Fremdfinanzierungen übernommen). (APA)