In der Diskussion um die Marktregulierung und den Preisverfall in der Mobilfunkbranche hat sich heute auch Österreichs zweitgrößter Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria zu Wort gemeldet. Die Tarifschlacht und der Personalabbau seien eine "Folge jahrelang verfehlter Regulierungspolitik", sagte T-Mobile Österreich-Sprecherin Manuela Bruck am Freitag zur APA.

"Druck"

Die von tele.ring angeführten bilateralen Zusammenschaltungsverträge kämen nur "auf Druck" zu Stande, erläuterte Bruck. Im Telekommarkt gebe es de facto keine Rechtsmittel und viele verzögerte Verfahren. Eine Streitschlichtung über den zeitintensiven Gerichtsweg sei nicht möglich, da man im Tagesgeschäft schnell reagieren müsse.

70 Zusammenschaltungsentscheide durch den Telekom-Regulator

Seit 1998 habe es 70 Zusammenschaltungsentscheide durch den Telekom-Regulator gegeben, 50 davon seien von den Betreibern beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) beeinsprucht worden. Nur 6 davon seien aber bisher entschieden worden, und diese seien vom VwGH aufgehoben worden, führte Bruck aus.

Kein Personalabbau

Im Unterschied zum drittgrößten Handynetzbetreiber One, der kürzlich den beabsichtigten Abbau von bis zu 225 der insgesamt 1.104 Mitarbeiter bekannt gegeben hatte, stehe bei T-Mobile Austria zwar kein Personalabbau an, sagte Bruck. Allerdings herrschten aktuell "keine Zeiten des Aufbaus", T-Mobile nütze zur Anpassung aktuell die natürliche Fluktuation. So würden etwa 200 Posten im Jahr, die durch Personalfluktuation frei würden, nicht nachbesetzt. T-Mobile Österreich beschäftigte per Ende 2003 1.860 Mitarbeiter. (APA)