ARGE West

Der ARGE Neubau, geplant als Plattform für Kultur. Verschiedenfarbige Boxen symbolisieren die unterschiedlichen Nutzergruppen.

Kopeinig
Salzburg - Zufrieden wirkt Architekt Gerhard Kopeinig, voller Optimismus blickt er auf die fertigen Pläne: "Stolz können wir sein, wenn die Kulturproduktion der Arge nach 2005 international gelobt wird und man sieht, was in Salzburg neben den wichtigen Festspielen auch möglich ist." 1998 überzeugte der damalige Student gemeinsam mit Partner Gerhard Kresitschnig die Jury. Kopeinig nahm sich vor zielstrebig zu arbeiten, denn jedes Projekt verlangt nach guten Lösungen. Für ihn ist ein Gebäude mehr als nur Material. Es stiftet Identität und Zusammenhalt. Was dem Kunsthaus fehlt weiß der Kärntner genau: "Die Arge Alt präsentiert sich nicht nach außen, sie produziert nach innen!" Derzeit ist die Arge in Provisorien in der Akademiestraße untergebracht. Das größte autonome Kultur-Zentrum Westösterreichs ist, so das ARGE-Team, in einem unhaltbaren baulich-räumlichen Zustand. Die in Baucontainern untergebrachten Mitarbeiter klagen über unzumutbare Arbeitsbedingungen und Platzmangel. Der Neubau wird mit seiner Multifunktionalität einen Neuanfang und die Grundlage für die Zukunft des Vereins bieten. Planung als große Herausforderung Der Entwurf für das Projekt berücksichtigt, "dass es unterschiedliche Orte der Kommunikation in der Arge gibt. Flächen wo ich öffentlich bin, auch solche wo ich mich zurückziehen kann in der künstlerischen Gestaltung," meint der Architekt. Die Planung war eine Herausforderung. Nicht immer war Kopeinig gegenüber dem Vorhaben so positiv eingestellt wie heute: "Da war ein Raumprogramm, das war wie ein Luftballon, wenn wir alles rein gepackt hätten, wäre es nicht finanzierbar gewesen." Er beschränkte sich auf eine sinnvolle Größe und das wurde gewürdigt. Die Jury lobte die Flexibilität, mit der das neue Gebäude geplant wurde und auch die klare Interpretation von dem, was Arge ist. Auch nach geänderter Voraussetzung wäre die Intention erkennbar, meint Jurymitglied Ursula Spannberger. Plattform für Kultur Eine genaue Vorstellung von der Kulturstätte hatte Kopeinig seit langem. "Ich will ein Kulturgelände als Plattform haben. Auf diese Plattform werden Boxen gestellt, sie symbolisieren die einzelnen Nutzer in all ihrer Unterschiedlichkeit." Wesentlich ist für den 32-Jährigen, dass die Arge selbst ein produzierendes Element ist: "Man merkt diese Rauheit, diese natürliche Unfertigkeit, wir haben bewusst Materialien genommen, die den Produktionscharakter widerspiegeln sollen." Das neue Bauwerk soll ein Hilfsmittel zur Kulturproduktion werden. Der Kärntner zweifelt nicht daran, dass das Vorhaben 2005 abgeschlossen sein wird. Für ihn ist es ein großartiges Projekt. Selten fände man - wie er sagt – ein alternatives Kulturhaus als Neubau: "Da können die Salzburger durchaus stolz sein, dass sie so etwas finanzieren - quasi jeder einzelne Steuerzahler!" (ven)